Altersgerecht umbauen wird gefördert: Wohnung & Haus rechtzeitig barrierefrei

 

altersgerecht umbauen mit KfW Förderprogramm

Altersgerecht umbauen heißt nicht nur, dass Bad barrierefrei zu machen und damit Unfälle zu vermeiden. Von der KfW-Bank gibt es hier ein gleichnamiges Förderprogramm, wahlweise einen Zuschuss. Im Bild fehlt noch einiges für ein barrierefreies Bad wie Haltegriffe, Möglichkeit, das Waschbecken sitzend zu nutzen oder ein gefahrloser Zugang zur Dusche. Foto: Aleksandrs Gorins – Fotolia.com

Altersgerecht umbauen bedeutet, dass Hindernisse im Wohnumfeld beseitigt und es einfach sicherer gemacht wird. Das Ziel hierbei ist ein Mehr an Wohnkomfort und die Vermeidung von Unfällen von denen über 3 Millionen jährlich im Haushalt passieren. Auch und gerade im fortgeschrittenen Alter und mit teils eklatanten Folgen. Ideal für solche Umbaumaßnahmen ist ein zinsgünstiger, altersunabhängiger Kredit der Förderbank KfW, wahlweise ein attraktiver Zuschuss für  Maßnahmen.

Kaum altersgerechte und barrierefreie Bäder in Deutschland

Eine repräsentative Umfrage der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft ergab, dass in Deutschland nur wenige barrierefreien Bäder existieren. Der Studie zufolge sind lediglich 17 % der 36 Mio. deutschen Bäder voll und ganz barrierefrei und damit letztlich altersgerecht. Nicht nur aufgrund des Altersdurchschnitts wären 11 % der Badbesitzer sehr an einem Umbau interessiert. Und 51 % hätten zumindest mal über einen altersgerechten Badumbau nachgedacht.

Doch, was ist eigentlich altersgerecht und barrierefrei in Sachen Bad? Allem voran steht eine großzügige, wenn möglich bodengleiche Dusche, doch auch ausreichend große Waschbecken, die man insbesondere im Alter davor sitzend bequem benutzen kann sind hierbei wichtig. Nicht minder wichtig sind rutschgehemmte Bodenbeläge, in der Dusche wie im ganzen Bad. Gleiches gilt praktisch rund um das ganze Haus oder die Wohnung. Denn die meisten Unfälle von älteren Menschen passieren nicht auf der Straße, sondern in und um die eigenen vier Wände.

Der barrierefreie Haushalt

Bei all den Zahlen wundert es nicht, dass etwa barrierefreie Bäder angesagt sind. Denn schließlich sehen Lösungen wie die ebenerdig eingebaute Dusche nicht nur toll aus, sie sind auch praktisch und verhindern letztlich Unfälle. Besonders für alte Menschen ist das barrierefreie Bad eine Maßnahme, um das Leben zu erleichtern und damit länger in ihren eigenen vier Wänden leben zu können. Tipp: Der übliche Einwand, im Alter nochmals zu sanieren lohnt sich nicht, sollte nicht nur aufgrund der Zahlen der Unfallstatistik gut überlegt sein.

So sollen 90 % der Unfälle von Senioren im Haushalt und in der Freizeit geschehen und annähernd 40 % der gesamten Unfälle in Deutschland passieren im Haushalt. Damit sind die eigenen vier Wände, neben Freizeit- oder Sportunfällen, der Unfallort Nummer zwei.

Mehr zu den Unfallstatistiken und warum besonders Senioren Unfälle erleiden, lesen Sie in dem Beitrag Unfälle im Alter: Risiko besonders hoch.

Aber auch Menschen mit Behinderung, jene mit körperlichen Einschränkungen und Familien profitieren von barrierefreien Bädern, ja von einer barrierefreien Wohnung.

Praktisch: Die staatliche Förderbank KfW hat gleich zwei Programme aufgelegt, die 2018 zunächst mit 75 Millionen Euro an Geldern für den barrierefreien Umbau nicht nur des Bades bezuschussen.

Barrierefrei: Altersgerechter Umbau wird gefördert

Gerade weil ältere Menschen ein erhöhtes Risiko haben, zu verunfallen, unterstützt die Förderbank mit dem KfW-Förderprogramm 159 „Altersgerecht Umbauen“ (Um-)Baumaßnahmen, die Barrieren beseitigen und die Sicherheit erhöhen.

Dieses Programm wird altersunabhängig angeboten und auf Antrag vor den Maßnahmen bewilligt. Das Angebot gilt für Umbaumaßnahmen in bestehenden oder neu erworbenen Häusern und Wohnungen, wer nachweislich altersgerechten Wohnraum kauft oder auch ein Mietobjekt barrierefrei gestalten möchte. Mieter sollten selbstredend vorher mit dem Haus- oder Wohnungsbesitzer sprechen und sich eine Erlaubnis einholen. Weitere Bedingung für alle Antragsteller: Die Maßnahmen müssen von einer Fachfirma durchgeführt werden.

Sind die Bedingungen erfüllt, dann bewilligt die KfW im Rahmen ihres Förderprogramms bis zu 50.000 Euro pro Objekt mit einem Effektivzins von 0,75 %. Die Laufzeit beträgt 10 Jahre, wobei die ersten beiden Jahre tilgungsfrei sind und der Zins für mindestens für 5 Jahre garantiert. Bei längeren Laufzeiten oder längerer Zinsbindung maximal 0,95 % Zinsen.

Alternativ kann man sich den „Investitionszuschuss Barrierereduzierung“ sichern. Ob man den vollen Zuschussbetrag von 6.250 Euro erhält, kann man durch einen Check auf dem KfW-Zuschussportal direkt abfragen. Den Zuschuss erhält man dann nach Ausführung der Arbeiten. Bemerkenswert: Mit dieser Förderung erhält man beispielsweise das Doppelte dessen, was die BAFA an Zuschüssen für einen neuen, umweltfreundlichen Heizkessel anbietet.

Altersgerecht umbauen: Das fördern die Programme

In Sachen altersgerecht Umbauen werden jede Menge Maßnahmen gefördert, die das Leben bei Mobilitätseinschränkungen verbessern und damit letztlich Unfälle rund um den Haushalt vermeiden. Förderfähig sind beispielsweise Erweiterungen des Autostellplatzes vor dem Haus für einen besseren Zustieg bei geminderter Mobilität. Weiter geht es mit dem barrierefreien Zugang zum Haus, der ebenerdig oder mit einer Rampe gestaltet werden kann. Haus- oder Wohnungseingangstüren verbreitern, Treppenhäuser beidseitig mit Geländern für besseren Halt versehen oder Aufzüge beziehungsweise Treppenlifte einzubauen, auch das ist förderfähig.

Weiter geht es mit den Wohnräumen, in denen beispielsweise Türschwellen als Stolperfalle entfernt werden. Selbst der Grundriss ganzer Räume kann gemäß dem Programm so geändert werden, dass sie letztlich altersgerecht sind, also mehr Bewegungsfreiheit bieten.

Und dann wird eben auch der Badumbau gefördert. Neben der ebenerdigen Dusche mit geräumigen Maßen und beispielsweise Haltegriffen, werden rutschhemmende Bodenbeläge gefördert. Weiterhin förderfähig sind der Einbau spezieller Waschbecken, die es ermöglichen, auch im Sitzen oder mit einem Rollstuhl benutzt werden zu können. Auch der Einbau spezieller Badewannen mit Lift oder Eingangstür.

Weitere geförderte Maßnahmen: Antriebssysteme für Türen, Bediensysteme für den Rollladen, die Beleuchtung oder Heizung, sowie Systeme, die die Sicherheit erhöhen. Hier sind etwa ein Panikschalter, Sturz- oder Bewegungsmelder zu nennen.

Für die Umsetzungen gibt es Vorgaben, beispielsweise Abmessungen betreffend. Mehr zu den beiden Programmen „altersgerecht umbauen“ erfahren Sie bei der KfW.

Mit weiteren Fördermaßnahmen kombinierbar

Die eigenen vier Wände sind in die Jahre gekommen und alles andere, als energetisch auf dem neuesten Stand? Oder es ist geplant, solch eine Bestandsimmobilie zu kaufen und sie zu modernisieren? Die KfW bietet hier weitere Förderprogramme, etwa zum energetischen Sanieren, die mit der Maßnahme zum altersgerechten Umbauen kombinierbar sind.

Auch in Zeiten günstiger Bankkredite sind diese Angebote sehr attraktiv. Sie locken, neben der anfänglichen Zahlpause, mit äußerst attraktiven Zinsen von ebenfalls 0,75 Prozent und Zuschüssen zur Tilgung von bis zu 27.500 Euro.

Tipp 1: Auch mit einem Bankkredit kombinierbar. Sprechen Sie – gleich, ob in Sachen altersgerecht umbauen oder energetisch Sanieren –, mit ihrem Bank- oder unabhängigem Finanzberater. Letztere sind übrigens nicht selten eine gute Alternative als Kreditvermittler zur Hausbank.

Tipp 2: Ältere Menschen denken oft, dass sich solche Modernisierungsmaßnahmen nicht mehr für sie lohnen. Doch nicht nur in Zeiten von Zinsen auf Guthaben, die unter der Inflationsrate liegen, lohnt sich die Modernisierung einer in die Jahre gekommenen Immobilie. Auch für die eigene Gesundheit, Stichwort Unfall im Haushalt.

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