Alufolie und Lebensmittel: Unterschätztes Risiko für die Gesundheit

Alufolie und Aluschalen sind giftig

Alufolie und Aluschalen sind ja so praktisch. Man kann gut etwas darin einpacken oder abdecken, damit grillen und backen. Auch Fertiggerichte sind darin gerne verpackt. Und das alles ist so gar nicht gesund. Auch wenn die Folgen teilweise gar nicht absehbar sind. Foto: © kab-vision – Fotolia.com

Die schönen Ofenkartoffeln, Grillkäse, Gemüse oder Fleisch vom Grill, Fertigmahlzeiten aus der Kühltheke oder vom Essen auf Rädern und zum Aufbewahren oder Transportieren auch ganz praktisch. Alufolie oder Aluschalen finden sich in vielen Haushalten und kommen hier oft mit Lebensmitteln in Kontakt. Doch das kann zum unkalkulierbarem Risiko für die Gesundheit werden. Zudem gibt es Lebensmittel, die davon besonders viel und durch ihr Wachstum anreichern.

Vor Jahren bereits wurde Aluminium gerade in Deos kritisiert, woraufhin zahlreiche Hersteller bewusst ihre aluminiumfreien Schweissstopper kennzeichneten. Denn: Aluminium soll im Körper zahlreiche negative Effekte haben. So soll es unter anderem Nerven schädigen und die Entwicklung der menschlichen Knochen negativ beeinflussen – Stichwort Osteoporose –, die Fruchtbarkeit beeinflussen oder die Entwicklung von Kindern im Mutterleib.

Jedenfalls sicher ist, dass sich der Stoff in unserem Körper ablagert und in Knochen, Muskeln oder der Lunge nachweisbar ist. Zudem wurden bei Untersuchungen des Gewebes von Frauen mit Brustkrebs häufig Aluminium im Zellmaterial entdeckt. Das Krebsrisiko durch Aluminium ist, wie die Annahme, dass es Alzheimer verursachen kann, bis dato allerdings nicht wissenschaftlich belegt.

Alu: Dank Alufolie und -Schalen zu viel im Essen

Aluminium ist, neben dem Deo, auch in anderen Kosmetika enthalten und als Lebensmittelzusatz in einigen Nahrungsmitteln erlaubt. 2014 tätigte das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zur Beurteilung von Aluminium im Deo folgende Randbemerkung: „Verbraucherinnen und Verbraucher nehmen bereits über Lebensmittel hohe Mengen Aluminium auf, und die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge [als unbedenklich von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA festgelegte Höchstmengen] ist wahrscheinlich bei einem Teil der Bevölkerung alleine durch Lebensmittel ausgeschöpft“.

Doch, wo ist das Aluminium überhaupt enthalten und wie kommt es in die Lebensmittel?

Salzig und sauer löst Aluminium

Kommen frische oder verarbeitete Lebensmittel, die Säure oder Salz enthalten mit Aluminium in Kontakt, dann ist belegt, dass diese winzig kleine Bestandteile aus dem Metall, Aluminium-Ionen in bedenklicher, möglicherweise zellgängiger Nanogröße, lösen, da sie mit dem Material reagieren.

Wird also Salz- oder Säurehaltiges mit Aluminium eingepackt, abgedeckt oder gar gegart, dann nehmen wir Aluminium über die Nahrung auf. Besonders stark reagieren Zitrusfrüchte, Ananas und Rhabarber mit Aluminium und eingelegte oder geräucherte Fischprodukte sowie mariniertes Grillgut.

Wird Aluminium in der Küche oder am Grill verwendet, dann sollten die Speisen nicht gesalzen oder mit Zitronensaft gewürzt sein.

Aluminium in Fertiggerichten: Grillkäse besonders fatal

Auch bei Fertiggerichten in den klassischen Aluschalen scheint dies der Fall zu sein. Ihre Zubereitung geschieht folgendermaßen: Zunächst wird das Essen in der Fabrik gekocht, dann heiß abgefüllt und schnellstens heruntergekühlt. Hiernach wird es so lange gelagert, bis es erneut erhitzt wird. Bei Angeboten wie Essen auf Rädern wird die Mahlzeit in der Aluschale auch mal länger warm gehalten. All diese Prozesse lösen mehr der minder stark das Aluminium von der Schale.

Ein besonders krasses Beispiel entdeckte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. Hier hatten bei 7 Stichproben von in Aluschalen verpacktem Grillkäse die Schalen, deutlich sichtbar schon mit bloßem Auge, richtiggehend angelöst. Aber auch mariniertes Fleisch für den schönen Grillabend überschritt in solchen Schalen den Grenzwert um das 3,5-Fache.

Eine Prise Alu: Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Aluminium

Aluminiumverbindungen kommen in der Natur sehr häufig vor und es sollen sich 8 Prozent in der Erdkruste befinden. Laut CVUA befindet sich, ganz natürlich durch ihr Wachstum im Erdreich, in folgenden Lebensmitteln enthalten ganz natürlich besonders viel des bedenklichen Stoffs.

So enthalten getrocknete Grüner und Schwarzteeblätter – je nach Probe und Herkunft, aus China wurde der höchste Gehalt gemessen – 370 – 7.976 mg Aluminium pro Kilogramm (mg/kg). Das sind in der Küchensprache mindestens 1,5 „Messerspitzen“, auch wenn nur ein Bruchteil in den Teeaufguss gelangt (1 mg/l – 3,5 mg/l). Kakao oder Schokolade enthalten auch etwa 50 – 133 mg/kg Aluminium und selbst einige Salatsorten oder Hülsenfrüchte erreichen noch Gehalte von durchschnittlich etwa 20 mg/kg.

Um bei der Küchensprache zu bleiben: 20 mg entsprechen im Fall von Aluminium einer halben „Prise“. Kartoffeln, Fleisch oder Käse enthalten dagegen mit etwa 2 mg/kg vergleichsweise geringe Mengen Alu.

Die EFSA stuft einen Höchstwert von 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche als unbedenklich ein.

Zudem ist Aluminium als Farbstoff – Zusatzstoff E 173 – zugelassen und wird etwa in Süßigkeiten oder Backwaren verwendet. Kein direkter Zusatzstoff ist er bei Laugengebäck. Wenn die Laugen über die Rohlinge gegeben werden und auf Aluminiumblechen gebacken werden, dann ist auch hier nachweislich Aluminium im Lebensmittel.

Alternativen zur Alufolie & Aluschale

Wer Aluminiumbleche im Backofen hat, reduziert die Gefahr des Anlösens mit Backpapier. Dieses, gefettet, kann auch Grillgut, das sonst eingewickelt wird, schützen.

Soll kein Fett des Grillfleischs, des Fischs oder von eingelegtem Gemüse in die Grillkohle tropfen, was wiederum krebserregende Stoffe ins Grillgut bringt, dann verschafft indirektes Grillen Abhilfe.

Fisch auf dem Grill kann man in blanchierte Mangold- oder Kohlblätter einwickeln. Zudem gibt es Feuerfestes aus Edelstahl und Grillkäse, Fleisch, Fisch und Gemüse kann auch in einer feuerfesten Form gegart werden.

Schließlich sind Lebensmittel im Kühlschrank auch in Plastikschüsseln mit Deckel oder Glasschüsseln – besonders hygienisch für Fleisch – sehr gut aufgehoben. So kann auf bedenkliche Alufolie oder -Schalen bestens verzichtet werden. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, da Aluminiumfolie dank dem extrem hohen Energieverbrauch in der Prduktion kein besonders umweltfreundliches Produkt ist.

Warum, die Frage sei erlaubt, die Industrie, der Staat oder sonstige Institutinen kein Interesse daran hat, die wahren Auswirkungen solch essentieller Materialien ausführlich und nachhaltig zu testen, das bleibt schleierhaft. Wenn auch nur ein wenig… Würde Obengenanntes sich Hieb- und Stichfest belegen lassen, dann müßte man die Aluprodukte letztlich verbieten. Wie Vieles, dass man nicht neutral bis zur Beseitigung jeder Ungewissheit peinlich genau erforscht; Stichwrt Glyphosat.

Quellen: cvuas.de, verbraucherzentrale.de, ua-bw.de, bzfe.de

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