Birkenwasser: Was das neue alte Supergetränk wirklich kann

 

Birkenwasser ist gesund, fast schon ein Superfood. Wie man es selbst zapfen kann

Birkenwasser wurde traditionell schon von unseren Großeltern selbst gezapt. Dann geriet es irgendwie in Vergessenheit. Doch in Zeiten der Superfoods erlangt es neuen Ruhm. Zu Recht! Was Birkenwasser so alles bewirkt und wie wir es selbst zapfen können.

Heute wird Birkenwasser als eines der vielen tollen Lebensmittel der Kategorie Superfood gepriesen. Entsprechend teuer kauft man es. Was ist dran an dem Gesundheitshype um den Saft der Bäume und wie man Birkenwasser einfach selbst zapfen kann.

Ich kenne es noch von den Erzählungen von Oma… Im Frühjahr musste sie als Kind Birkenwasser zapfen, da smanchmal auch Birkensaft genannt wird. Das war damals in vielen Teilen der nördlichen Welthalbkugel der Fall. Was früher weit verbreitet gemacht wurde, das ist heute in Osteuropa, Skandinavien oder China auch heute noch völlig üblich. In Deutschland ging dieser Brauch weitestgehend verloren. Doch, es ist wieder da, steht im Biohandel für 3,89 Euro für 500 Milliliter, mit Bio-Rohrzucker nachgesüsst und meist mit Zitronensäure abgerundet, und gilt als wahres Wundergetränk. Und da ist auch was dran. Zumindest wenn es frisch und unbehandelt ist.

Birkenwasser ist gesund

Birkensaft ist die Flüssigkeit, die die Bäume mit dem Start ins Frühjahr in die letzten Spitzen ihrer Äste schicken, um Blätter und Triebe auszubilden. Dieses Wasser ist eine komplexe Flüssigkeit, die allerhand Inhaltsstoffe durch den Baum fliessen lässt. Und da ist jede Menge Gesundes und Wertvolles dabei.

So enthält Birkenwasser eine gute Kombination aus Mineralien. Mit dabei sind Zink, Eisen, Phospor, Magnesium sind hier dabei. Natürlicher, nicht pasteurisierter Birkensaft – sind manche im Handel, um haltbar zu sein – hat zudem einiges an Vitamin C, wertvolle Aminosäuren und Bitterstoffe. Diese Kombination soll gesund für die Haare sein und unreine Haut spürbar verbessern, Diabetes verhindern oder verbessen und Gelenkprobleme reduzieren.

Birkenwasser gilt aber auch als Detox-Getränk, ein Wundermittel um den Körper auszumisten und zu entgiften. Das können wohl in der Tat sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, in diesem Fall Saponine. Diese sekundären Pflanzenstoffe können ganz viel im Körper bewirken, manche sollen sogar vor Krebs schützen oder wirken antibakteriell (mehr zu sekundären Pflanzenstoffen bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung). Saponine haben in der Natur- und Pflanzenheilkunde eine hohe Bedeutung, da sie entzündungshemmend, harntreibend und schleimlösend sind. Zudem sorgen Saponine für einen gesunden Darm und senken den Cholesterinspiegel.

Für den gesundheitlichen Kehraus begleiten Saponine zudem noch Flavonide. Auch sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen. Freie Radikale sind, einfach erklärt, Molekülbestandteile, die in grosser Zahl Zellen und selbst unsere DNA schädigen können oder Stoffwechselprozesse negativ beeinflussen können. Krebs kann die Folge sein. Flavonide sind hier ein natürlicher Katalysator, die diese unerwünschten Teilchen neutralisieren.

Und dann ist noch der natürliche Zuckerstoff Xylit enthalten. Mancher mag ihn aus Zahnpflegekaugummis oder von der Zahnpasta kennen, denn der kalorienarme Zucker wirkt schützend auf die Zähne. Damit hat Birkensaft definitiv das Potenzial zum Superfood.

Birkenwasser kaufen?

Birkenwasser ist weit gereist, die Marke Birch Water etwa mixt das Getränk aus weißrussischem Birkenwasser. Mischen, da 2 – 3 % Zucker enthalten sind und, um diesen wohl wieder abzumildern, meist auch Zitronensäure. Beides ist auch in anderen Birkenwässer zu finden, etwa bei Alnatura.

Wen das alles nicht stört, dann gerne zugreifen. Allerdings zu beispielhaften 3,89 € für den halben Liter. Birkenwasser kann man auch „pasteurisiert“ kaufen, dieses Erhitzungsverfahren zum Haltbarmachen kennt man von der Milch. Viele gesunde Inhaltsstoffe werden dann aber auch dahin sein.

Birkensaft selber zapfen

Raus in den Wald und selbst zapfen? Das sollte man nur nach Absprache, etwa mit dem Förster. Vielleicht gibt es auch in der Nachbarschaft Birkenbesitzer mit denen sich der Birkenwasser-Fan absprechen kann. Birkenwasser gibt es mit dem beginnenden Frühling und bis zum fertigen Blattaustrieb.

Und so wird Birkenwasser gezapft: Etwa einen Meter über dem Boden wird ein etwa ein Zentimeter großes Loch nicht mehr als zwei Zentimeter tief gebohrt. Passenden, sauberen Schlauch einstecken, Falsche damit verbinden und dann heißt es abwarten. Mehrere Liter laufen so an einem Tag aus dem Baum, für eine Flasche voll muss man weitaus weniger lange abwarten. Wenn der Baum seine Triebe versorgt hat, dann versiegt irgendwann die Quelle. Bis zum nächsten Jahr…

Das Abzapfen des Birkenwassers soll dem Baum nicht schaden. Ob man das Loch anschließend verschließen soll oder nicht, da sind sich die Experten uneinig.

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