Gefahr aus der Tube: Warum Hawaii Sonnencreme verbietet

Hawaii verbitet Sonnencreme mit chemischen UV-Filtern. Gesundheitsschädlich und schlecht für die Umwelt

Hawaii verbietet als erster Staat weltweit Sonnencreme mit chemischen UV-Filtern. Denn: Sie schaden massiv Fischen und Korallen. Doch auch für den Menschen bergen sie erhebliche gesundheitliche Gefahren. Foto: © raphaela4you – Fotolia.com

Hawaii verbietet Sonnencreme, die mit chemischen UV-Filtern arbeiten, denn: Sie gefährden die Korallen- und Fischbestände. Und zwar massiv. Doch nicht nur für die Umwelt sind die gängigen Sonnencremes eine Bedrohung. Auch für unsere Gesundheit.

Es sind zwei Wirkstoffe, die in der überwiegenden Zahl von Sonnenschutzcremes Verwendung finden und die so gar nicht gut für die hawaiianischen Korallenriffe sind. Benzophenon – auch Oxibenzon genannt – und Octinoxat zwei der gängigen UV-Filter, die die menschliche Haut schützen sollen. Und genau diese Stoffe sind es, die nicht nur die hawaiianischen Korallenriffe bedrohen.

Die chemischen UV-Filter wie Benzophenon stehen im Verdacht, das Erbgut der Fische wie der Korallen zu schädigen, darum brachte der hawaiianische Senator Mike Gabbard ein Gesetz auf den Weg, das weltweit einmalig ist. SB 2571 ist die Bezeichnung für das soeben beschlossene und ab dem 1. Januar 2021 geltende Gesetz, dass diese chemischen Sonnenschutzfilter verbietet, mit dem Ziel, die Riffe vor Hawaii, die jährlich Millionen von Touristen anlocken, für die Zukunft zu retten.

Senator Gabbard sieht Oxibenzon und Ocitnoxat als zwei der Hauptstoffe für ein weltweites Korallensterben an. Immerhin sollen alleine zwischen 2014 und 2015 geschätzt die Hälfte der weltweit existierenden Korallenriffe an Korallenbleiche zerstört worden sein. Die UV-Filter sind, neben Pestiziden, Meereserwärmung oder höheren CO2-Konzentrationen in den Gewässern hauptursächlich für den dramatischen Verlust. Gabbard führt in einer Mitteilung auf, dass jährlich etwa 6.000 Tonnen belasteter Sonnencreme alleine in das Meer rund um die Inseln Hawaiis gelangen.

Schon heute bieten nicht nur Hotels, Ferien-Ressorts und Airlines auf Hawaii umweltfreundliche Sonnencremes an. Das ist auch gut so, denn die Chemikalien sind auch für den Menschen schädlich. Nicht nur auf Hawaii.

Nachweislich schädlich: Auch für den Menschen

Ortswechsel, Europa. Schon lange gibt es Untersuchungen, etwa von Wissenschaftlern der Universität Zürich, die belegen, dass die chemischen Filter negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben. Ziemlich sicher ist die genannte, mögliche hormonelle Wirkung auch beim Menschen. Auch allergische Reaktionen können durch den Gebrauch der Sonnencremes mit chemischen UV-Filtern die Folge sein. Bei Untersuchungen wurde zudem nachgewiesen, dass die Sonnencreme-Filter in hoher Konzentration in Muttermilch zu finden sind. Das könne die Entwicklung Ungeborener negativ beeinflussen.

Insgesamt werden zahlreiche Nebenwirkungen den chemischen UV-Filtern nachgesagt, die auch im Tierversuch belegt sind. Gehirn- und Geschlechtsorganentwicklung würden negativ beeinflusst, letzteres vornehmlich bei Jungs, Könne Brustkrebs auslösen, Nerven- und Immunsystem schädigen sowie die menschliche DNA verändern.

Und selbst wer sich nicht mit den Chemiefiltern einschmiert, der kann sie dennoch aufnehmen. Denn: Sie gelangen auch ins Trinkwasser und letztlich in die Nahrungskette. Wie stark und in welchem Umfang ist allerdings nicht bekannt, da es hierzu keine flächendeckenden Untersuchungen gibt.

Gut für Mensch & Umwelt: Sonnencreme mit mineralischem Filter

Was auf Hawaii zukünftig Standard ist, das ist bei uns auch schon längst erhältlich: Sonnencremes mit mineralischem Filter. Diese Cremes erhalten ihre Schutzwirkung durch Zink- oder Titanoxid. Zwar gibt es die mineralischen Sonnencremes auch mit umstrittenen Nanopartikeln, die in den Körper eindringen können, was ebenfalls als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Diese kann man dank der neuen Kennzeichnungspflicht auf Packung und Tube allerdings ausschließen, wenn man dies möchte.

Hawaii ist wie gesagt der erste Staat, der per Gesetz die schädlichen Sonnencremes verbietet. Doch auch andere Länder haben teilweise Verbote ausgesprochen. So dürfen Sonnencremes mit chemischem Filter in mexikanischen Naturschutzgebieten ebenfalls nicht verwendet werden.

Warum die für Mensch und Umwelt als schädlich eingestuften Sonnencreme überhaupt noch vertrieben werden dürfen, das ist, wie so oft mit schädlichen Substanzen in unserem Alltag, schleierhaft… Doch selbst im aktuellen Sonnencreme-Test der Stiftung Warentest sind die chemischen UV-Filter kein Thema. Mehr Informationen zu Sonnencremes mit chemischem UV-Filter gibt das Portal naturalbeauty.de. Hier werden auch gesunde Alternativen für unbedenkliche Sonnencremes  genannt.

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