Coronavirus: 9 Dos & Don´ts, die das Leben leichter machen

Coronavirus und warum diese Zeit auch viel mit Solidarität zu tun hat.

Coronavirus und warum diese Zeit auch viel mit Solidarität zu tun hat. Bild: Pixabay.com/geralt

Das Coronavirus hat nicht nur Deutschland fest im Griff. Leider sind die einen noch recht sorglos, andere in völliger Panik. Was man jetzt machen sollte und was bleiben lassen.

Hamsterkäufe

Hamsterkäufe sind nicht nur unnötig, sie sind auch, mit Verlaub, asozial (Definition asoziales Verhalten = der Gemeinschaft/der Gesellschaft schädigendes Verhalten). Da wird kiloweise Pasta, Reis, Mehl, Zucker und in Dosen abgefüllte Fertigmahlzeiten gekauft, ohne Sinn und Verstand. Und auch wenn es sich beim Coronavirus um eine Atemwegserkrankung handelt… Es wird Klopapier gekauft bis zum Abwinken.

Der Handel ist gut gerüstet, es wird ständig nachgefüllt und das Sonntagsfahrverbot für LKWs ist extra dafür aufgehoben, damit Lebensmittel und Co. schneller an ihren Bestimmungsort kommen. Wenn ein Produkt im Supermarktregal, oder, neu, von der Palette leer ist, heißt das nicht, dass es übermorgen auch nicht mehr erhältlich ist. Es ist vielmehr leer, weil die Kunden plötzlich zu viel davon kaufen.

Natürlich macht es die Situation nicht besser, wenn besorgte Bürger massig Produkte kaufen, die sie auch in absehbarer Zeit nicht konsumieren können. Gleichzeitig wird eine Spirale losgetreten, in der normaldenkende Konsumenten ebenfalls das Hamstern anfangen. Auch wenn es eigentlich unnötig ist. Ganz nebenbei: Mitarbeiter im Einzelhandel kommen durch die verursachte Mehrarbeit echt an ihre Grenzen.

Handschuhe, Händedesinfektion, Schutzmasken vs. Abstand

Handelsübliche Schutzmasken nützen genauso wenig zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus wie die Einmalhandschuhe aus der Drogerie. Allenfalls Erkrankte könnten Schutzmasken tragen, um die Verbreitung der Viren. Und die Handschuhe können Mikrorisse aufweisen, die strenggenommen die erwarteten Schutzeigenschaften zunichtemachen. Auch Handdesinfektionsmittel geben nur eine scheinbare Sicherheit, denn: ca. 20 x die Stunde langen wir uns durchschnittlich ins Gesicht. Einmaliges Händedesinfizieren wiegt hier nur in trügerischer Sicherheit.

Besser ist es, in der Öffentlichkeit mit so wenig Gegenständen in Kontakt zu kommen, die Hände möglichst aus dem Gesicht lassen und diese regelmäßig, vor allem wenn man nach Hause kommt, gründlich zu waschen. Gründlich heißt: 30 Sekunden (entspricht „2 x Happy Birthday“ oder 2 x „Alle meine Entchen“ singen) mit Seife waschen. Ob kaltes oder warmes Wasser sei laut Experten sekundär.

Zwar gilt es als unhöflich, Menschen mit Abstand zu begegnen, in Zeiten des Coronavirus ist das aber ratsam. Abstand: Ein, eher zwei Meter.

Ob man sich über Oberflächen anstecken kann ist dagegen nicht belegt. Aufmerksamkeitsuchende News im Netz sprechen zwar von bis zu 72 Stunden Ansteckungsmöglichkeit von Coronaviren auf Oberflächen. Der Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit sagt dagegen in einer Sondersendung des ARD-Talks „Hart aber fair“ davon, dass man eher von ein paar Stunden ausgehen kann. Wobei man nichts über den Einfluss von Oberflächenmaterial, Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit weiß.

Tipp: Möglichst wenige Dinge in der Öffentlichkeit anfassen. Den Knopf vom Lift oder der Ampelanlage kann man auch mal mit dem Ellenbogen betätigen.

Öffentlichkeit und Versammlungen vermeiden

Zwar sind zahlreiche Regelungen getroffen worden, wie etwa die Absage von Veranstaltungen, das Schließen von Bars, Cafés, etc. doch wer Bilder vom Viktualienmarkt am Schönwetter-Wochenende Mitte März gesehen hat, hat auch Menschen gesehen, die die Lage nicht erkennen wollen. Dicht an dicht gedrängt flanierten sie bei Sonnenschein über den Münchner Platz.

Natürlich ist es nicht verboten, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, aber dicht gedrängt erhöht das Ansteckungsrisiko. Prof. Schmidt-Chansit bezeichnete dieses Verhalten sogar als „verantwortungslos“. Feld-, Wald- und Wiesen-Spaziergänge sind hier ratsamer. Auch und gerade, weil die Bewegung an der frischen Luft gut für unser Immunsystem ist.

Dem Immunsystem Gutes tun

Was die Hamsterkäufer zuhause gebunkert haben, hat oft nichts mit einer ausgewogenen Ernährung zu tun. Und diese ist nötig, um jetzt das Immunsystem zu stärken. Denn ein fittes Immunsystem trägt dazu bei, dass wir uns weniger leicht derzeit anstecken – und sei es auch nur mit einer Erkältung, die alle um uns herum in Panik versetzt -, eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus sich vielleicht weniger stark auswirkt. Daher: Ausgewogen Essen, viel trinken (Alkoholfreies), ausreichend schlafen.

Apropos trinken: Einer Theorie japanischer Medizinier zufolge, ist regelmäßiges Trinken alle 15 Minuten gut dafür, das Ansteckungsrisiko zu mindern. Der Grund: Feuchte Schleimhäute sind weniger empfindlich für Krankheitserreger wie das Coronavirus und im Magen werden solche von der Magensäure neutralisiert.

Die wildesten Gerüchte zum Coronavirus

Das Netz und die sozialen Medien überschlagen sich mit News zum Coronavirus. Und nicht alle Informationen sind wirklich seriös, manche vermeintlichen Neuigkeiten sind sogar Fake News. So gar nicht selten in den sozialen Netzwerken.

Fachliche Informationen sind auf der Internetseite Infektionsschutz.de und auf der Seite des Robert-Koch-Instituts zusammengefasst. Seriöse Nachrichten zum Thema gibt es beispielsweise auf Tagesschau.de.

Egoismen ablegen

Nochmals zu den Versammlungen… Wenn man im Münchner Merkur liest, dass am 2. Märzwochenende von wahren menschenmassen letztmalig die Zugspitze gestürmt wurde, um das ach so geliebte Skifahren zu zelebrieren, dann mag dem vernünftig denkenden Menschen nichts mehr einfallen. Zumal man weiß, dass etwa der Skiort Ischgl und das zögerliche Reagieren der Verantwortlichen laut Focus-Bericht für Hunderte von Ansteckungen mit dem Coronavirus sorgte und für unzählige Folgeansteckungen Rechnung trägt.

Geschäfte, Schulen, Kitas schließen, warum? Weil die Ansteckungsgefahr minimiert werden soll, eben dadurch, dass sich nicht so viele Menschen auf engstem Raum aufhalten sollen. Und was machen – in diesem Fall, es gibt sicher andere Beispiele – diese Skifahrer und Wintersonnenanbeter? Sie quetschen sich in überfüllte Gondeln und stapeln sich gefühlt auf der Sonnenterrasse der Zugspitz-Lokalität und beim Après-Ski.

Für den Menschen scheint nichts gefährlicher als der Mensch selbst. Egoismen abzulegen und auch mal auf das eigene Vergnügen zu verzichten – es wäre viel getan. Nicht nur in Zeiten von Corona, aber auch und gerade.

Zum Thema Egoismen ablegen gehört übrigens auch: Selbst wer nur einen wahrscheinlich harmlosen Schnupfen hat, sollte doch solange er Symptome hat zuhause bleiben. Und das mindestens noch zwei Tage länger, als die Symptome anhalten. Ob es Corona war oder nicht – bei einem eindeutigen Verdacht sollte man sich natürlich testen lassen! – auch mit einem Infekt muss man seine Umwelt nicht anstecken. Und auch nicht verunsichern.

Übrigens: Zu diesem Thema gehört natürlich auch, dass man im Verdachtsfall den Arzt erst anruft, anstatt schniefend und hustend in seine Praxis zu stolpern. Dieser kann auch vor seiner Praxistür ganz einfach einen Mundabstrich machen und eine Laboruntersuchung veranlassen. Und wenn man eine ganz normale Erkältung hat, die es jahreszeitenbedingt nach wie vor gibt, dann ist man wenigstens sicher, nicht an der Verbreitung des Coronavirus beizutragen.

Anderen helfen

Sie hamstern, igeln sich ein oder gehen Skifahren wie gerade genannt. Und andere? Die Nachbarn vielleicht, die ältere Dame ein Stockwerk tiefer oder zwei Häuser weiter? Vielleicht kann man da ja mal nachfragen, ob Hilfe nötig ist.

Der Gang zur Apotheke für benötigte Medikamente, die kleinen Dinge des Alltags besorgen oder den Kühlschrank wieder auffüllen: Manch einer, der nicht mehr so fit ist, wäre froh, um etwas Hilfe. Nicht erst seit Corona, aber dank der Ausnahmesituation vielleicht erst recht.

Tipp: Gerade ältere Menschen muss man oft davon überzeugen, sich helfen zu lassen.

Panik macht krank und ist ansteckend

Es nützt niemandem etwas, wenn man in der jetzigen Zeit mit all der Verunsicherung die berechtigt herrscht, in Panik verfällt. Trotz der Berichterstattung, der weltweiten Verbreitung der Pandemie, trotz der Angst an Covid-19 zu erkranken, darf man nicht vergessen, dass bei einer möglichen Ansteckung der Verlauf nicht lebensbedrohlich sein muss und in den meisten Fällen sogar vergleichsweise mild verlaufen kann.

Die jetzt beschlossenen Maßnahmen dienen dazu, die Verbreitung einzubremsen und die Risikogruppen, also alte Menschen, jene mit diversen Krankheiten und Immunschwäche zu schützen. Da ist eine Portion gesunder Menschenverstand gefordert. Panik zu haben und zu verbreiten nützt nichts. Es macht im schlimmsten Fall sogar krank.

An die Arbeitgeber… Kurzarbeit anmelden!

Viele haben Angst um ihren Job, kleine Betriebe, vom Handwerker bis zum Einzelhändler oder Gastronom, fürchten um ihre Existenz. Die Chefs genauso wie die Angestellten oder Arbeiter, die ihren Job in Gefahr sehen.

Dabei gibt es die Möglichkeit, bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitergeld zu beantragen (Link zu allen Informationen zum Kurzarbeitergeld). Auch und gerade in Zeiten des Coronavirus. Das sogenannte Kug ermöglicht es, 67 % (Arbeitnehmer mit Kindern) beziehungsweise 60 % des Nettolohns vom Staat zu erhalten. Ohne Kosten für den Arbeitgeber. Dafür aber mit der Sicherheit, a) gute Mitarbeiter zu halten und b) Kosten in Zeiten des Auftragsverlustes oder der zwangsweisen Geschäftsschließung zu vermeiden.

Coronavirus, Sars-Cov-2, Covid-19 – alles Begriffe, die die Welt derzeit verunsichern. Doch mit ein wenig Solidarität und Vernunft wäre vieles einfacher.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.