Pflanzenstoff Quercetin: Covid-Prophylaxe aus Obst- und Gemüseabteilung?

Quercetin ist in Lebensmitteln wie Zwiebeln enthalten und gilt als wirksam gegen Covid

Quercetin ist sehr hilfreich, um das Immunsystem zu stärken. ZAhlreiche Lebensmittel wie rote Zwiebeln enthalten diesen Pflanzenstoff. Foto: Pixabay.com/StephanieAlbert

Der Naturstoff Quercetin ist ein Alleskönner in Sachen Gesundheit. Er ist in zahlreichen Lebensmitteln enthalten und übernimmt sehr leistungsstark einige Schutzfunktionen für unseren Körper. Aktuell wurde und wird daran im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 geforscht und die Studienergebnisse sehen positiv aus. Für die Akutbehandlung und die Prophylaxe. Quercetin ein Wundermittel gegen das Coronavirus und zahlreiche andere Krankheiten?

Was ist Quercetin?

Quercetin ist ein gar nicht so seltenes Flavonid, das in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten enthalten ist. Flavonide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die als Radikalenfänger und damit als zellschützend gelten. Bei Äpfeln, roten Trauben, Heidelbeeren und anderen Früchten mit farbiger Schale sitzt das Quercetin vornehmlich in beziehungsweise direkt unter der Schale. Insbesondere Äpfel sollten daher nicht geschält werden.

Was macht Quercetin?

Eine niederländische Studie belegte bereits in den 1990er Jahren, dass Quercetin eine herzschützende und blutdruckregulierende Wirkung hat.

Später wurde entdeckt, dass Quercetin bei zahlreichen weiteren Beschwerden, Krankheiten und zur Prophylaxe erfolgreich eingesetzt werden kann.

  • So kann der Pflanzenstoff auch vor Krebs schützen,
  • es wirkt antidepressiv und
  • gegen Herpes-Viren,
  • stärkt das Immunsystem,
  • ist entzündungshemmend und
  • leistungssteigernd
  • und den Cholesterinspiegel kann es senken.
  • Ebenso gesenkt wird laut in vitro-Untersuchungen ein zu hoher Harnsäurespiegel, was daraus folgender Gicht entgegenwirken könnte.
  • In Tierversuchen liegen Anzeichen nahe, dass der Stoff, zusammen mit einem anderen Flavonid, Rutin, bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wirksam sei. Rutin, so die Studie, wirke bei Entzündungen im Dickdarm, Quercetin bei jenen im Dünndarm.
  • Eine Studie an der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU) hat zudem ergeben, dass Quercetin aggressive Tumorstammzellen angreift, hemmt und sie zum freiwilligen Selbstmord (Apoptose) zwingt.
  • Schließlich ergab eine japanische Studie, dass der für Allergien wie Heuschnupfen zuständige Histamin H1-Rezeptor gedämpft werden kann, was die Stärke der allergischen Reaktion dämpft.

Quercetin gegen Coronavirus?

Das Flavonid hat es derart in sich, dass es nach neuester Studienlage ebenfalls eine positive Wirkung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hat, denn es hemmt offensichtlich die Vermehrung des Virus. Genauer hemmt es ein Enzym des Virus, 3CLpro. Zumindest in ersten Tierversuchen hat die Studie, die im November im Magazin Nature veröffentlicht wurde, erste positive Ergebnisse erzielt. Die Berliner Charité ist zuversichtlich, dass Quercetin als Teil der Behandlung den durch das Virus ausgelösten Entzündungssturm zu normalisieren und die Lungenschädigungen abzuschwächen vermag. In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Das Forschungsteam konnte auch auf Daten von zwei kleineren klinischen Studien zurückgreifen, die bereits abgeschlossen sind. Die kombinierte Auswertung deutet an, dass eines der Senolytika [Anm.: Moleküle, die obige Apoptose auslösen] auch beim Menschen die Wahrscheinlichkeit eines schweren Covid-19-Verlaufs senken konnte. “ Auch wenn noch viele Fragen zu klären seien.

Entdeckt haben dies italienische und spanische Forscher um Projektleiter Bruno Rizzuti anhand von Computersimulationen. Hierbei wurde festgestellt, dass 3CLpro, eines der wichtigsten Proteine des SARS-CoV-2-Virus ist. Ohne dieses Protein wird die enzymatische Tätigkeit dieses Krankheitserregers und damit dessen Vermehrung eingestellt. Die verantwortlichen Forscher arbeiteten bereits seit dem Jahr 2003 daran, einen effektiven Wirkstoff gegen SARS-CoV-Viren zu finden.

In einer anderen Studie mit 152 coronainfizierten Probanden (Anfangsphase der Erkrankung) wurde ebenfalls Erfreulicheres ermittelt: „In der Quercetin-Gruppe [76 Teilnehmer] war die Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt um 68 %, die Dauer der Hospitalisierung um durchschnittlich 77 % und die Häufigkeit einer Sauerstofftherapie um 93 % reduziert. In der Kontrollgruppe [ebenfalls 76 Teilnehmende] benötigten 8 Patienten eine Intensivbehandlung, von denen 3 verstarben. In der Quercetin-Gruppe war keine Intensivbehandlung nötig und es kam zu keinem Todesfall (Di Pierro et al., 2021a).“ Hier wären weitere, vor allem größere Untersuchungen wünschenswert.

Von Intensivmedizinern: Das I-Mask+-Präventions-Protokoll gegen Covid

Mit der ‘Front Line COVID-19 Critical Care Alliance (FLCCC) Alliance‘ hat sich eine internationale, gemeinnützige Organisation von Intensivmedizinern gebildet, um eine Vorsorge gegen und unterstützende Therapie bei einer Covid-19 Erkrankung zu bieten. Auch sie setzen auf Quercetin.

Die FLCCC hat mit dem I-MASK+-Protokoll ein Papier zur Prophylaxe und Immunstärkung herausgegeben, welches regelmäßig an den neusten Stand der Medizin angepasst wird. Dieses ist auf der Internetseite der FLCCC stets aktuell abrufbar. Aktuell (Dezember 2021) empfiehlt die FLCCC Folgendes für die generelle Stärkung der Immunabwehr:

  • Vitamin D3 1.000–3.000 IU/Tag
    Vitamin C 500–1.000 mg 2 x täglich
    Quercetin 250 mg/Tag
    Zink 30–40 mg/Tag (elementares Zink)
    Melatonin 6 mg vor dem Schlafen (verursacht Müdigkeit)

Vitamin D3 sollte immer in Kombination mit K2 eingenommen werden, da sonst die Kalziumaufnahme des Körpers gestört werden kann.

Wo ist Quercetin natürlich enthalten?

Besonders hoch konzentriert enthalten ist das Flavonid Quercetin in folgenden Lebensmitteln (Quelle: Wikipedia):

Kapern (1800 mg/kg)

Liebstöckel/Maggikraut (1700 mg/kg)

Grüner und Schwarzer Tee (Menge unbekannt)

Zwiebeln, besonders Rote– besonders in den äußersten Ringen (284–486 mg/kg)

Äpfeln (21–440 mg/kg)

Schnittlauch (245 mg/kg)

Preiselbeere (kultiviert 83–156 mg/kg, wild 121 mg/kg)

Heidelbeere (kultiviert 74 mg/kg, wild 146–158 mg/kg)

Grünkohl (60–110 mg/kg)

rote Trauben (konzentriert in Rotwein; weiße Trauben und Weißwein enthalten weniger Quercetin)

Brokkoli (30 mg/kg) und anderem grünen Blattgemüse

grüne Bohnen (39 mg/kg)

Kirschen (32 mg/kg)

Schwarze Johannisbeeren (69 mg/kg)

Brombeeren (45 mg/kg)

Sanddorn (62 mg/kg)

Zitrusfrüchte und schließlich Honig.

Leider ist Quercetin hitzeempfindlich. Diese Zubereitungsform reduziert daher den Gehalt des wunderbaren Naturstoffs. Optional gibt es den potenten Wirkstoff als Nahrungsergänzungsmittel. Bei den Produkten sind Konzentrationen von 250 bis 500 Milligramm pro Kapsel gängig. Ideal sollen Produkte sein, die als Quercetin-Phospholipid angeboten werden. Durch das Lipid steige die Bioverfügbarkeit um ein Vielfaches.

Fazit: Quercetin ist ein wundervoller Stoff, den die Natur für den Menschen bereithält. Ob man bewusst auf Lebensmittel setzt, die es enthalten oder auf Nahrungsergänzungsmittel – wie die verschiedenen Studien zeigen, ist es kein Fehler, den Pflanzenstoff regelmäßig aufzunehmen. Quercetin ist gut für das Immunsystem und generell für unsere Gesundheit. Und dem Körper etwas Gutes zu tun ist nie ein Fehler.

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