Die Zeitumstellung: Warum sie nichts bringt & unseren Rhythmus stört

Zeitumstellung: Wann, Winterzeit und Sommerzeit und Auswirkungen auf die Gesundheit.

Die Zeitumstellung – Sommerzeit und Winterzeit – wurde ursprünglich eingeführt, um Energie zu sparen. Dieses Ziel wurde verfehlt. Dafür hat es Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt und mehr. Foto: © Thomas Reimer – Fotolia.com

Die Zeitumstellung hat ihren Ursprung in der Ölkrise von 1973. Das Ziel der ab 1980 eingeführten Sommer- und Winterzeit war: Energie sparen. Tatsächlich weiß man heute, dass sie das nicht macht. Für unsere Gesundheit kann sie dafür ganz schön schädlich sein und hat sogar Auswirkungen auf die Natur.

Seit 1980 plagen wir uns mit der Zeitumstellung herum. Immer am letzten Sonntag im März wird uns bei der nächtlichen Zeitumstellung eine Stunde geklaut – Umstellung von 2 auf 3 Uhr – und am letzten Oktobersonntag – 2017 am 29. Oktober – vermeintlich geschenkt (Umstellung von 3 zurück auf 2 Uhr). Über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung, ähm, eigentlich nur Unsinn.

Warum die Zeitumstellung eingeführt wurde

Es war 1973 und die erdölproduzierenden arabischen Länder drosselten die Ölfördermenge. Grund war die Haltung der westlichen Länder im 3-wöchigen Jom-Kippur-Krieg, den mehrere arabische Länder gegen Israel führten. Das Ergebnis: Der Ölpreis, unter anderem auch für Deutschland, erhöhte sich praktisch über Nacht um 70 %, im Jahr darauf sogar nochmals um über 100 %. Die Ölkrise, die genauer Ölpreiskrise war da. Mit massiven Folgen für die Wirtschaft, sonntäglichen Fahrverboten und Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Schließlich kam es nochmals 1979 zu einer weiteren Ölkrise. Ergebnis: Einführung der Sommer- und Winterzeit, mit dem Ziel, Energie zu sparen.

Warum die Zeitumstellung so gar nichts bringt

Ein herrlich lauer Sommerabend, wir sitzen noch im Garten oder auf dem Balkon und selbst das spätere Abendessen kann dank der Zeitumstellung ohne Licht genossen werden. Prima! Das war damals die Idee hinter dieser „Energiesparmaßnahme“.

Was die Macher allerdings nicht bedachten: Wenn wir in den noch oder bereits kalten Monaten März, April und Oktober auch früher aufstehen, dann schalten wir selbstredend auch die Heizung früher ein und der moderne Heizkessel macht das via Temperatur-Außenfühler von ganz alleine.

Selbst das Umweltbundesamt sagt, dass sich das gegenseitig aufhebt. Wahrscheinlich liegen die hierdurch verursachten Kosten, Energieverbräuche und damit die heute viel beachtete Umweltverschmutzung auf einem viel höheren Niveau. Denn: Der Energieverbrauch im Haushalt liegt mit 70 % auf Seiten des Heizens. Zumal bereits vor Jahrzehnten Energiesparlampen eingeführt wurden, die viel weniger Energie als die damals gängigen Glühbirnen verbrauchen.

Warum die Zeitumstellung für Jung bis Alt negativ ist

Nicht nur Eltern und deren kleine Kinder, generell sehr viele Erwachsene und vor allem ältere Menschen leiden gesundheitlich unter den Folgen der Zeitumstellung. Was von Winter- auf Sommerzeit sogar mehrere Monate anhalten kann, das dauert von Sommer- auf Winterzeit für viele bis zu 2 Wochen; der Mini-Jetlag.

Gesundheitlich hat dies für Millionen Menschen mehr oder weniger ernste Folgen. Maulige Kinder sind mindestens eine Woche morgens nicht richtig ausgeschlafen, ebenso wie wir Erwachsenen. Unser Tag-Nacht-Rhythmus ist gestört, was zahlreiche Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

In einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK leidet im Schnitt mindestens jeder 5. an gesundheitlichen Beschwerden aufgrund der Zeitumstellung; Frauen sind von ihr doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Es kommt nach der Zeitumstellung zum sprunghaften Anstieg von Arztbesuchen (+12%), es werden mehr Schlaftabletten und Antidepressiva geschluckt, viele reagieren gereizter, haben sogar Verdauungsprobleme und bekommen Migräne, im schlimmsten Fall kommt das Herz aus dem Galopp.

Weitere Folgen der Zeitumstellung

Es ist belegt, dass in der Woche nach der Zeitumstellung deutlich mehr Verkehrsunfälle, vor allem in den Morgenstunden, passieren. Nicht ausgeschlafen, gereizt, da knallt es auf deutschen Straßen wesentlich häufiger. Vor allem am Montagmorgen.

Und geht es in die Abendstunden, da haben die Landwirte Problem mit dem lieben Vieh. Denn auch sie haben ihre innere Uhr und wollen wie zuvor gefüttert oder gemolken werden. Auch Hunde- oder Katzenbesitzer wissen um die Probleme mit den Vierbeinern.

Weiterhin gibt es nach der Zeitumstellung auf die Winterzeit deutlich mehr Wildunfälle, da Herr Keiler und Frau Reh sich nicht an der Uhr, sondern an den Lichtverhältnissen orientieren. Rollt der morgendliche Berufsverkehr im Oktober vielleicht noch bei Dunkelheit, so wird er über Nacht in die Dämmerung verlegt. Eben in jene Zeit, in der das Wild auf Futtersuche ist. Und am Abend geht dies weiter, wenn die Tiere wieder zu ihren Schlafplätzen möchten. Im Frühjahr, bei der Umstellung auf Sommerzeit sieht es nicht viel anders aus.

Folgen der Zeitumstellung abmildern

Wer schlecht einschläft sollte nicht zu spät und schwer essen, Sport am Abend vermeiden – gerne am Tag oder auch ein täglicher Spaziergang  – und es vielleicht mal mit Baldrian, Melisse- oder Hopfentee – der heiß aufgebrühte aus den Blüten, nicht der aus dem Kühlschrank – am Abend ausprobieren.

Entspannungsübungen wie autogenes Training sollten ebenfalls das Einschlafen fördern, ebenso wie ein warmes Fußbad oder kuschelig-warme Bettsocken. Zudem kann der Wecker ein paar Tage vor der Umstellung täglich um 10, 15 Minuten vorgestellt werden – wenn das mit Schule und Beruf natürlich nicht kollidiert –, man sollte am Sonntag lieber etwas später ins Bett gehen oder am Montag eine halbe Stunde früher aufstehen, frische Luft tanken und sich so langsam an die Zeitumstellung zu gewöhnen.

Und, ach ja, liebe Politiker, Heizkosten kann man garantiert mit den folgenden Tipps viel besser sparen.

Foto: © Thomas Reimer – Fotolia.com

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