E-Bike im Test: Alles Wissenswerte vor einem Kauf

E-Bikes sind einfach im Trend. Sie stehen für urbane, umweltfreundliche Mobilität und verbessern nicht nur bei jüngeren wie älteren Menschen die Fitness. Hier sieht man ein Herzstück, der Motor, von einem der führenden Herstellern, Bosch. Foto: Bosch

E-Bikes sind einfach im Trend. Sie stehen für urbane, umweltfreundliche Mobilität und verbessern bei jüngeren wie älteren Menschen die Fitness. Hier sieht man ein Herzstück, der Motor, von einem der führenden Herstellern, Bosch. Foto: Bosch

Immer mehr Menschen, nicht nur jene im gesetzteren Alter, möchten sich ein E-Bike kaufen. Die elektrisch unterstützten Fahrräder sind einfach im Trend, helfen seinen Fahrer mehr oder weniger stark beim Vortrieb, gleich, ob in der Ebene oder am Berg, beim (längeren) Radausflug oder der täglichen Fahrt zur Arbeit. Alles Wissenswerte zur Technik und der Wahl des richtigen E-Bike-Typs. Zudem: Warum sich das Jobrad für Arbeitnehmer und Arbeitgeber rentiert.

Wer sich vor dem E-Bike-Kauf informiert, beispielsweise in Ratgebern, über den aktuellen E-Bike-Test, Videos und so weiter, der merkt schnell: Ein wahrer Dschungel aus Informationen, Angeboten und Möglichkeiten.

Im Folgenden gibt es Informationen zu den wichtigsten Punkten:

  • Warum überhaupt ein E-Bike
  • Wissenswerte zu den zwei wichtigsten technischen Ausstattungen, Motor und Akku, und warum hier die richtige Wahl wichtig ist sowie ein Rechenbeispiel
  • Wie das mit der Reichweite der E-Bikes ist.
  • Welcher Bike-Typ es sein soll für den jeweils gewünschten Einsatzbereich.
  • Und warum E-Bikes keine Fahrräder für Faule sind und in vielerlei Hinsicht gesundheitsfördernd sind.
  • Und dann noch: Das Jobrad, ein Leasingmodell boomt

A wie Antrieb durch Motor: Was hier wichtig ist

Antrieb mittels Motor und das Akku – das sind die zwei wichtigsten Elemente, die ein E-Bike ausmachen. Während das Akku für die benötigte Energie sorgt, treibt der Motor das Fahrrad an; je nach gewählter Leistungsstufe in unterschiedlicher Intensität.

Der Motor kann an drei Stellen angebracht sein:

  • Am Vorderrad
  • Am Tretlager/als Ersatz für ein konventionelles Tretlager
  • Am Hinterrad

Am Vorderrad angebracht beziehungsweise in dieses integriert, das war die erste Version, mit denen E-Bikes motorisiert wurden und teilweise noch werden. Es ist die einfachste Methode, das Elektrofahrrad umzurüsten und gibt es auch als Umbausatz zum E-Bike.

Der Fachmann nennt diesen Motor ‚Nabenmotor‘, da er die konventionelle Radnabe ersetzt.

Vorteile des Vorderradantriebs:

  • Günstigste Methode des elektrischen Antriebs
  • Einfache Umrüstung möglich (unter bestimmten Bedingungen, die der vorgenannte Link erklärt)

Nachteile des Vorderradantriebs:

  • Die Gewichtsverteilung ist ungünstig
  • Höherer Verschleiss der insbesondere gefederten Gabel
  • Gilt als störanfällig
  • Experten raten davon ab

Der Vorderadantrieb wird insbesondere bei preisgünstigeren Modellen nach wie vor verbaut.

Der Hinterradantrieb ist entwicklungstechnisch die zweite Variante der Motorisierung eines Fahrrades. Auch er wird, allerdings nur vereinzelt, ebenfalls bei den Herstellern noch verbaut und weiterentwickelt.

Vorteile des Heckmotors:

  • Rahmen ist an dieser Stelle stabiler für den Einbau am Vorderrad
  • Ebenfalls Vorteile bei der Gewichtsverteilung/im Fahrverhalten
  • Rekuperation (Energierückgewinnung) z. B. bei Bergabfahrten möglich
  • Geringster Verschleiss unter allen drei Antriebsarten
  • Oftmals leiser als der Mittelmotor

Nachteile des Heckmotors

  • Weniger Leistung als ein Mittelmotor
  • Dadurch geringere Reichweite
  • Gibt es nicht in Kombination mit einer Nabenschaltung oder Rücktrittbremse

Der heute gängigste Antrieb ist via Mittelmotor. Was macht diesen Antrieb aus?

Vorteile Mittelmotor:

  • Schwerpunkt am tiefsten, dadurch ein günstiger Schwerpunkt
  • Keine Unterschied im Fahrgefühl zwischen elektrisch unterstützter Fahrt und dem konventionellen Fahren
  • Stärkste Leistungen möglich, was insbesondere der Reichweite zugutekommen kann

Nachteile Mittelmotor:

  • Teuerste Antriebsart
  • Lauter als etwa Hinterradantrieb

Etwas veraltete Begriffe: Pedelec und S-Pedelec und die Motorleistung

E-Bike Kauf Test und Vergleich 2

Pedelec, Abkürzung für Pedal Electric Cycle, ist der heute nur noch wenig benutzte Begriff für ein E-Bike, das mit Motorunterstützung maximal 25 Km/h fahren kann. Die Motoren leisten dann in der Regel nicht mehr als 250 Watt. Zudem ist eine Anfahr-/Schiebehilfe mit maximal 6 Km/h Geschwindigkeit erlaubt.

Das S-Pedelec bezeichnet ein E-Bike, welches bis zu 45 Km/h mit reiner Motorleistung erreicht und kann ohne körperlichen Einsatz per Gashebel auf bis zu 20 Km/h beschleunigen. Die Motoren haben bis zu 500 Watt Leistung. Diese schnellen E-Bikes dürfen in Deutschland nur mit einem Führerschein (vergleichbar Kleinkraftrad, optional reicht der Autoführerschein aus), mit einer Haftpflichtversicherung (30 – 50 €/Jahr) und ab 16 Jahre gefahren werden. Es besteht Helmpflicht.

Beide Leistungsvarianten werden heute in aller Regel E-Bike genannt. Die unterschiedliche Einordnung sollte allerdings jeder Interessent beim E-Bike-Kauf kennen.

E-Bike-Test und die Akkuleistung mit Rechenbeispiel

Motor und Akkumulator bilden ein ‚Team‘, welches bestimmt, wie weit ein/e E-Bike-Fahrer/in mit welcher Unterstützung kommt. Die Leistung der Akkus wird meistens in Wattstunden angegeben und optional oder auch nur in Amperestunden, wobei ein direkter Vergleich schwerfällt, will man als potenzieller Käufer eines E-Bikes diese beiden Größen vergleichen. Die interessanten Modelle sollten die Leistung des Akkus in der gleichen Einheit angeben. Beeinflusst wird die Reichweite übrigens auch, inwieweit mehr oder minder starke Steigungen auf der Wegstrecke vorkommen.

Standardmäßig leisten E-Bike-Motoren 400 Wattstunden (Wh). Weiter kommt man mit ebenfalls auf dem Markt erhältlichen Bikes mit 500 oder 625 Wh. Die Schweizer Marke Flyer bietet beispielsweise sogar optionale 750 Wh Speichermedien an.

  • Und was heisst das jetzt in Sachen Reichweite? Rein theoretisch kommt der Biker mit 500 Wh 25 Prozent weiter als mit 400 Wh.

Mehr und mehr Hersteller, insbesondere von hochwertigen E-Bikes bieten zudem einen Doppelakku (standardmäßig oder optional) an. Das heißt, dass ein Elektrofahrrad dann auch beispielsweise anstatt 500 auch 1.000 Wh haben kann.

Doch wie weit kommt man mit so einer Akkuladung überhaupt?

Reichweite eines eBikes am Beispiel erklärt

Etwas über die tatsächliche Reichweite eines eBikes zu erfahren ist eher schwierig, wodurch die angegebenen Leistungsdaten etwa der Akkus immer etwas kryptisch sind. Bei dem Hersteller Giant Bicycles wird man diesbezüglich aber fündig. Am Beispiel seines E-Mountainbikes Talon E+ EX mit einer 500 Wh Batterie klärt er auf:

  • Unter extremen Bedingungen = 65 Km Reichweite
  • Gute Bedingungen: 120 Km
  • Ideale Bedingungen: 180 Km

Das extreme Bedingungen sind, das erklärt der Hersteller auf Giant-Bicycles.com so: „Die Bedingungen werden als extrem, gut und ideal eingestuft. Extreme Bedingungen treten normalerweise auf, wenn du mit schwerer Last, starkem Gegenwind oder übermäßiger Steigung fährst.“

Beeinflusst wird die Reichweite immer von folgenden Punkten:

  • Gesamtgewicht (Rad, Fahrer, Gepäck)
  • Steigungen und Gefälle, sowie Untergrund
  • Reifenart
  • Rücken- oder Gegenwind
  • Außentemperatur
  • Alter des Akkus
  • Stärke der gewählten Unterstützung (versch. Modi)

Wer eBike-Touren und die mögliche elektrische Reichweite berechnen möchte, der findet im eBike Reichweiten-Assistent von Bosch zumindest Annäherungswerte.

Wichtig in Sachen Leistung und Unterstützung: Das Drehmoment

Neben der Motorleistung und der Stromspeicherkapazität ist ein dritter Punkt der über die Art und Weise des Vortriebs entscheidet, das sogenannte Drehmoment des Motors. Dieses Drehmoment wird in Newtonmeter (Nm) angegeben und es gibt die Kraft an, mit der der Fahrer maximal elektrisch unterstützt wird. 50 Nm ist beispielsweise ein Standardwert, der sowohl bei Einsteigerbikes, als auch bei City-E-Rädern üblich ist. Dieser Wert unterstützt auch weniger fitte Biker recht gut, etwa bei kurzen Fahrten in der Stadt oder bei Ausflügen auf ebener Strecke.

70 Nm ist eine schon recht kräftige Unterstützung, mit der sich längere Touren und hügelige Landschaften mit moderater Kraftanstrengung bewältigen lassen. Nur wenige eBikes bieten mit 85 oder gar 90 Nm. Damit lassen sich selbst steile Anstiege vergleichsweise entspannt überwinden.

Beispielrechnung: E-Bike und die Stromkosten

Es ist für viele interessant zu wissen, mit welchen Kosten für eine volle Ladung des Akkus zu rechnen ist. Dies ist ganz einfach ermittelt. Nimmt man den aktuellen Strompreis von durchschnittlich fast 32 Cent und ein Standard-Akku mit 450 Watt Speicherkapazität, so landet man bei knapp über 14 Cent pro Aufladung. Und mit diesen 14 Cent kommt man im Idealfall über 100 Km weit. Klimaneutral wird diese Strecke zurückgelegt, wenn die Speichereinheit mit Öko-Strom befüllt wird.

„Welcher E-Bike-Typ bist du?“

E-Bike Kauf Test und Vergleich

E-Mountain-Bikes mit oder ohne Hinterradfederung machen die Tour durch unbefestigtes Gelände zum Spaßritt. Auch für weniger fitte Radler. Foto: JulianHochgesang/unsplash.com

E-Bikes gibt es heute in ebenso vielen Kategorien wie bei unmotorisierten Drahteseln.

City-eBike

Wie der Name es bereits verrät, ist diese E-Bike-Art etwas für den gemütlichen Stadtverkehr, idealerweise ohne grössere Aufs und Abs. Mit ihm fährt es sich super auf kurzen Strecken und befestigten (Rad-)Wegen oder mal zum Ausflug an den nahegelegenen Badesee. Ausrüstungen nach der Straßenverkehrsordnung wie die Beleuchtung gehören dazu. Tipp: Idealerweise sollte die Beleuchtung eine externe Stromquelle haben, anstatt Leistung vom Akku abzuziehen.

Eine Sonderform für die City sind Kompakt- oder Klapp-eBikes, die auch mal mit in die ÖPNVs dürfen. Auch viele Camper setzen auf diesen Radtyp, der einfach zu verstauen ist – diebstahlsicher im Inneren des Campmobils – und für kleine Ausflüge oder Einkäufe ideal ist.

Tipp für ältere Herrschaften, die (wieder) mobil sein möchten und die Fitness verbessern: Möglichst tiefen Einstieg wählen.

Trekking-eBike

Das Trekking E-Bike ist eines der flexibleren Gefährte, das sowohl für den (längeren) Pendlereinsatz geeignet ist, genauso wie für längere Touren mit oder ohne Gepäck und auch mal auf unbefestigten Wegen. Ähnlich wie bei der Stadtvariante ist, bietet es eine aufrechte Sitzposition.

E-Mountainbike

Motorisierte Mountainbikes gehören zu den beliebtesten eBikes und ihr Einsatzgebiet erklärt sich von selbst. Sie haben immer eine Federgabel (E-Hardtail) oder sind als Fully-E-Bikes an der Vorder- und Hinterachse großzügig für flotte Bergabfahrten gefedert.

E-Crossbike

eCrossbikes sind wohl die flexibelste E-Bike-Variante, denn sie fühlen sich Off- und On-Road wohl, eignen sich mit entsprechender Ausstattung wie Schutzblechen als Alltagsfahrrad, für die Tour und den Geländeeinsatz. Tipp: Die Entscheidung über die Wahl des richtige E-Bike-Types? Das hier ist dann vielleicht das Richtige.

E-Cargobike

Das elektrifizierte Lastenrad ist vor allem in Ballungszentren das Trend-E-Bike schlechthin, bei all jenen, die ihre Kinder regelmäßig chauffieren oder es als Alternative für‘s ein Auto mit jeder Menge Transportmöglichkeiten einsetzen. Es gibt sie mit einem verlängerten und verstärkten Heckgepäckträger, mit einer Plattform oder Box zum Beladen.

eRennrad

Das E-Rennrad ist der jüngste Vertreter unter den E-Bike-Typen. Sie haben eher kleine Akkus – beim Focus Paralane z. B. 252 Wh – und der Motor dient eher der tatkräftigen Unterstützung an Steigungen. Doch auch in der Ebene können sie eine mehr oder minder starke Hilfe bieten, insbesondere den weniger fitten Freizeit-Rennradlern.

Das Klischee der Faulheit widerlegt

Das las und liest man oft… E-Bikes sind etwas für Faule. Das Gegenteil ist tatsächlich der Fall wie zahlreiche Untersuchungen belegen. Das Gesundheitsmagazin der Techniker Krankenkasse, Envivas, titelte etwa „Gesunde E-Bikes: Der Motor macht Millionen fit“. Über eine in Norwegen getätigte Studie liest man da: „Eine schon vor fünf Jahren erstellte Studie aus Norwegen gibt Aufschluss: Denn die Studie konnte erhebliche Veränderungen bei Menschen nachweisen, die ein E-Bike fuhren. Der Studienleiter vom norwegischen Institut für Transportökonomie fand heraus, dass Menschen mit einem E-Bike erheblich häufiger auf dem Rad fahren, mehr als doppelt so weit am Tag unterwegs sind und das Rad beinahe bei der Hälfte all ihrer Fahrten nutzen.“

Belegt durch ein paneuropäische Studie ist, dass die Fitness älterer Menschen und die von weniger Sprtlichen durch die regelmäßige E-Bike-Nutzung gesteigert wird. So heißt es aus den Studienergebnissen: „E-Bike-Fahrer legen deutlich längere Distanzen zurück als jene mit reiner Körperkraft, ihre körperliche Aktivität dabei ist der von klassischen Radlern ähnlich. Interessanterweise sind die E-Biker im Schnitt etwa sieben Jahre älter als die Vergleichsgruppe – das motorisierte Fahrrad macht also ältere Menschen fitter. Gerade für Menschen, die zuvor viel im Auto oder in Bussen und Bahnen gesessen haben, ist das Pedelec ein Fitnessfaktor.“

Fazit zum E-Bike Kauf & interessante Leasingmöglichkeit

Anfang 2021 waren bereits 7 Millionen eBikes auf Deutschlands Straßen unterwegs. Alleine im Jahre 2020 wurden 2 Millionen von ihnen gekauft. Der Durchschnittspreis liegt laut Versicherungswirtschaft bei 2.600 Euro. E-Bikes sind im Trend und machen es ihren Besitzern einfacher, sich umweltfreundlich und gesundheitsbewusst von A nach B zu bewegen.

Übrigens: Über JobRad® können Berufstätige vergleichsweise günstig und über ein dreijähriges Leasing des Arbeitgebers per steuerlich günstiger Gehaltsumwandlung an ein tolles E-Bike kommen. Zudem werden die E-Bikes so bis zu 40 Prozent billiger, so der Anbieter.

Das Jobrad kann jeder natürlich auch privat nutzen und erhältlich ist das Angebot in unzähligen Fahrradläden in Deutschland.

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