Faules Osterei: Warum wir die knallbunten Ostereier besser nicht kaufen

Gefärbte Ostereier im Handel können gesundheitsschädlich sein

Das ganze Jahr sind sie erhältlich, an Ostern haben sie Hochsaison: Die knallig-bunt eingefärbten Ostereier. Sie sind in der Regel Käfigeier und können gesundheitsschädlich sein. Foto: © animaflora

Fertig eingefärbte Ostereier gibt es heute das ganze Jahr, vor Ostern haben sie natürlich Hauptsaison. Wie die Verbraucherzentrale seit Jahren warnt, sind die lose etwa beim Bäcker ausliegenden und selbst verpackt gekaufte Ostereier aber eine richtige Mogelpackung. Teilweise auch noch echt ungesund und vielleicht sogar gesundheitsschädlich. Und dann ist da auch noch die Farbe…

Wer frische Eier kauft, kennt das sicher: 0, 1, 2 oder 3 sind die Codes auf den Eiern, die uns verraten, woher sie stammen, also wie die Hühner, die sie legten, gehalten wurden. 3 steht hier für Käfighaltung, die es beim frischen Ei kaum noch gibt, da wir Verbraucher diese ablehnen.

In verarbeiteten Produkten tauchen sie aber häufig noch auch und da sie als verarbeitet gelten, ist laut Gesetzgeber keine Kennzeichnung Pflicht. Auch gefärbte Ostereier gelten als „verarbeitet“, benötigen daher ebenfalls keine Kennzeichnung, was wohl die Hersteller dazu einlädt, die günstigsten Eier für die Färbung zu kaufen. So ist der überwiegende Teil der Ostereier aus Käfighaltung.

Ostereier: Verdorben und schadhaft

Wer Ostereier im 6-er oder 10-er Pack kauft, hat meist auch ein Haltbarkeitsdatum, an dem er sich orientieren kann. Dieses gilt übrigens für gekühlte Eier, nicht für die, die wir als Osterdeko vielleicht schön dekorieren. Zudem gilt: Rohe Eier dürfen immer maximal 28 Tage nach dem Legen als haltbar gekennzeichnet sein. Bei den verarbeiteten Eiern, wie eben dem Osterei, liegt dies im Ermessen des Herstellers.

Und da sieht es wohl so mancher nicht so eng. Denn: Jedes Jahr werden von Ostereiern Proben gekauft und analysiert. Wie die Verbraucherzentrale Bremen berichtet, hat beispielsweise das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) festgestellt, dass 2016 immer wieder verdorbene Eier im Handel bei Testkäufen gefunden wurden. So wurden in 12 von 42 Proben zu je 30 Eiern verdorbene Eier gefunden. Somit waren in über 28 % der Proben ungeniessbare Eier enthalten, die zum Beispiel faulig rochen. Man lagerte die Ostereier bis zum Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums und kam dann zu diesem geschmacklosen Ergebnis.

Weitere Geschmacklosigkeit: 20 % der überprüften Eier hatten 2016 Risse oder Löcher in der Schale, eine tolle Eintrittspforte für ungesunde Keime.

Tipp: Wenn die Eier beim Bäcker, Metzger oder sonst wo lose angeboten werden, dann besser nicht zugreifen. Keiner kann da genau sagen wie alt diese Ostereier sind, zumal sie so auch seltenst gekühlt werden.

Gefärbte Ostereier: Echt ätzend?

Für das industrielle Färben der Ostereier sind ausschließlich Lebensmittelfarben zugelassen. Die machen sie so knallig bunt. Nur sind diese nicht immer gänzlich unbedenklich. Ganz im Gegenteil.

Wie die Verbraucherzentrale Hessen warnt, sind zahlreiche Farben erlaubt, die für Kinder oder Allergiker gesundheitsschädlich sein können. Das wissen die Behörden auch und geben hier, wenn auch großzügig bemessene Grenzwerte an.

Mag man etwas verzehren, an dem Farbstoffe kleben, die mit Grenzwerten versehen sind? Da sind vor allem Azofarbstoffe – klingt schon so ätzend –, die von verschiedenen Stellen als bedenklich genannt werden. Trotzdem sind sie für das Färben der Ostereier und anderer Lebensmittel erlaubt. Kinder können durch sie unter Umständen allzu hyperaktiv werden. Sind solche Farbstoffe enthalten, dann müssen die Packungen mit „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ beschriftet sein. Auch Allergien oder Pseudoallergien werden unter Umständen ausgelöst. Pseudoallergien verlaufen ähnlich wie eine richtige Allergie. Gefärbte Ostereier essen, das kann dann durchaus mit Symptomen wie Asthma, Nesselsucht oder Hautödemen enden. Kann, muß nicht, selbstredend. Aber der Genuss schlägt irgendwie dann doch auf den Magen. Die Verbraucherzentrale nennt folgende Farben als bedenklich.

Für Allergiker bedenkliche Ostereier-Farben

  • E 102 = Tartrazin (gelb, Azofarbstoff)
  • E 104 = Chinolingelb (gelb)
  • E 110 = Gelborange S (gelb, orange, Azofarbstoff)
  • E 120 = Cochenille / Karmin (rot)
  • E 122 = Azorubin (rot, Azofarbstoff)
  • E 123 = Amaranth (rot, Azofarbstoff, hat nichts mit dem gleichnamigen Inkakorn zu tun)
  • E 124 A = Cochenillerot a/Ponceau (Azofarbstoff)
  • E 129 = Allurarot AC (Azofarbstoff)
  • E 151 = Brillantschwarz (Azofarbstoff)

Zwar gibt es für diese Farbstoffe immer Grenzwerte – die der Verbraucher nicht kennt –, aber die Gesundheitsgefahren sind da.

Tipp: Auch hier gilt – nie lose gefärbte OStereier kaufen. Die verpackten Eier haben wenigstens die E’s auf der Zutatenliste und warnen, wo nötig, vor Hyperaktivität. Besser ist es, Bio-Ostereier zu kaufen. Da dürfen die genannten Farbstoffe nicht verwendet werden. Oder: am besten selbst färben.

Bio-Ostereier kaufen oder selber färben

Wer auf Nummer sicher in Sachen Käfighaltung gehen will, der kauft gefärbte Bio-Eier – meist im Biosupermarkt oder –Fachgeschäft angeboten, oder färbt die Ostereier einfach selbst. Wie das geht, noch dazu mit völlig unbedenklichen Farben, erfahrt Ihr hier.

Quellen: LAVES; Verbraucherzentrale Bremen

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