Bananen im Test: Konventionell angebaut voll bedenklicher Pestizide

Bananen sind gesund, wenn sie nicht konventionell angebaut werden. Der Grund: Jede Menge Pestizide

75 % der konventionell produzierten Lebensmittel enthalten Pestizide. Bei Bananen, so Ökotest, sieht es noch schlechter aus. Zudem sind es meist gleich mehrere, wovon einige als krebserzeugend im Verdacht stehen. Foto: © Shawn Hempel – fotolia.com

Bananen sind, gleich nach Äpfeln, des Deutschen liebstes Obst. Kinder lieben sie, Erwachsene sowieso, weil sie süß schmecken und sättigen, bekömmlich und gesund sind. Gesund, ja, wenn sie nicht aus dem konventionellen Anbau stammen. Denn dann enthalten Sie jede Menge Pestizide, wie Ökotest jetzt berichtete.

Am besten noch leicht grün sollen sie beim Kauf sein und bitte keine braunen Stellen auf der Schale haben, obwohl sie so immer aromatischer werden. Was so makellos aussieht, und recht billig im Vergleich zu anderen Obstsorten ist, das gefällt dem Verbraucher und er greift gerne zu. So essen die Deutschen durchschnittlich 11,7 Kilo Bananen im Jahr (Quelle: statista.com). Vergleichsweise häufig mit Bio-Zertifikat – 16 % der verkauften Bananen sind „Bio“ –, da Bio-Bananen auch wirklich bezahlbar sind.

Konventionelle Bananen: Voller Pestizide und schlecht für die Umwelt

Eine gute Wahl, die Bio-Bananen, die meist auch noch unter fairen Bedingungen angebaut werden. Denn der richtige Makel an der Frucht ist unsichtbar, bei den konventionell angebauten Früchten leider gängig und alles andere als gut für den Menschen.

Und sorgt in seinen tropischen und subtropischen Anbauländern – in etwa 100 Ländern wird die Frucht angebaut – für jede Menge Umweltschaden und Krankheiten unter den Plantagenarbeitern. Denn, so belegte es Ökotest: Bananen stecken voller Pestizide.

Pestizide machen nicht nur Arbeiter krank

Bananen werden auf mehr als 5 Millionen Hektar Land in Monokulturen angebaut. Monokulturen sind immer krankheits- und schädlingsanfälliger, wie Mischkulturen oder wechselnde Fruchtfolge. Um maximale Gesundheit und Ertrag zu erzielen, werden Bananen unter anderem mit Pestiziden gespritzt. Meist mit jeder Menge davon und aus Flugzeugen. Außer Bananen wächst hier praktisch nichts mehr und, dank der Verwehung des Spritzmittels, ist auch das Umland der Plantagen mit den Giftstoffen belastet.

Abgesehen von dem großen Schaden für die Umwelt, sind auch Arbeiter und die um die Plantagen lebenden Menschen Gesundheitsgefahren ausgesetzt. Die „Wiener Initiative Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt“ stellte bei stichprobenartigen Untersuchungen der Plantagenarbeiter fest, dass diese auf konventionell betriebenen Plantagen häufig krank sind. Vielfach treten Schwindel, Erbrechen, Augen- und Hautreizungen, Müdigkeit und Schlaflosigkeit bei ihnen auf.

Übrigens seien nicht nur die Arbeiter direkt in den Monokulturen betroffen. Denn, dank dem Verwehen der Pestizide, können genauso gut Arbeiter im Lager oder der Packstation und Anwohner in benachbarten Wohngebieten das Gift abbekommen.

Nächste Stufe: Krebs?

Auch wenn heute nach wie vor der globale Pestizideinsatz verharmlost wird: Besonders besorgniserregend sei die Tatsache, dass die Mediziner Veränderungen des Erbgutes der Wangenschleimhaut der Arbeiter auf konventionellen Banananplantagen feststellten. Das legt ein hohes Krebsrisiko nahe, zumal die im Labor nachgewiesenen Pestizide laut europäischem Gefahrstoffrecht als krebserzeugend eingestuft sind. Inwieweit gespritzte Bananen in Kombination mit zahlreichen anderen, ebenfalls mit Pestiziden belastete Lebensmittel Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben, darüber gibt es noch keine ausreichenden Untersuchungen.

Bananen im Test: Alles andere als appetitlich

Die bei 10 großen Händlern eingekauften und getesteten, konventionell angebauten Bananen wiesen Pestizide auf. Besonders hohe Belastungen zeigten laut Ökotest die Bananen von Rewe, Kaufland, Netto, Penny und der Marke Chiquita.

Hinzu kommen unter anderem Pilzbekämpfungsmittel, damit die Bananen auf der langen Schiffsreise und bis zur Ankunft im Supermarkt nicht schimmeln.

Bio-Bananen und Fairtrade: Die bessere Wahl

Bio ist einfach die schadstofffreie und damit gesunde Wahl, gleich, ob vom Discounter oder dem Supermarkt. Und die Fairtrade-Zertifizierung – immerhin 70 % der Bio-Bananen tragen das Siegel – sorgt für gerechte Arbeitsbedingungen und ein lebenswertes Auskommen der Arbeiter in der Lieferkette. Zwar gab es bei den Bio-Bananen von Aldi Nord Unstimmigkeiten mit zwei nachgewiesenen Pestiziden, doch eine genaue Prüfung der Lieferkette lies die Ökotester einen Fehler vermuten.

Sieben Anbieter von Bio-Bananen bekamen eine sehr gute Bewertung. Die Bio-Bananen von Alnatura, Aldi Nord, Penny, Real und Rewe ein „gut“ aufgrund (teilweise) fehlender Nachweise.

Bei den Konventionellen schnitten die Tucan-Bananen von Lidl noch mit „befriedigend“ ab, wegen unzureichendem Verbot hochgiftiger Pestizide. Der Rest bekam 4 x „ausreichend“, 2 x „mangelhaft“ und 3 x „ungenügend“. Letztere waren im Pestizid-Test: „Bananen süß und samtig“ von Penny, „Bonita-Bananen“ von Kaufland und „Rewe Beste Wahl“.

Während beispielsweise faire Bio-Bananen bei Aldi Süd einen Preis von 1,69 € das Kilo haben, kosten die pestizidbelasteten Früchte und als „ungenügend“ bewerteten Rewe-Pendants 1,69 €.

Wer konventionelle Bananen isst…

Wer weiter konventionell angebaute Bananen verspeist, sollte, laut Empfehlung von Ökotest, nach dem Schälen die Hände waschen und Kinder sollten sie ausnahmslos nur geschält erhalten. Unter der dicken Schale laueren wenig bis keine Pestizide

Wenn man die Folgen in den Herstellerländern aber kennt: Keine wirkliche Alternative.

Gewusst? Eine EU-Banane muss übrigens mindestens 14 Zentimeter lang sein und 2,7 Zentimeter dick. Kleinere werden aussortiert.

„Bio“: Auch da werden Mittel gespritzt

Bei Pestiziden wie Glyphosat spricht man von künstlichen Pestiziden. Generell werden für die konventionelle Landwirtschaft künstliche Stoffe entwickelt, die gegen allerlei Schädlinge und Krankheiten gespritzt werden. Mit nachweislich negativem Einfluss auf die Natur und auf die Gesundheit des Menschen.

Im Bio-Anbau sind diese verboten. Durch Wasser oder Verwehungen können sie dennoch manches Biolebensmittel erreichen. Hier gelten allerdings strenge Richtwerte, nach denen sich „Bio“ auch noch biologisch angebaut nennen darf. Wie das Umweltinstitut München vor Jahren berichtete, enthalten 7 Prozent der Biolebensmittel geringe Spuren von Pestiziden. Bei Lebensmittel aus dem konventionellen Anbau sind 75 Prozent belastet; mit vielfach höheren – weil erlaubt – Werten.

Dennoch: Auch der Biobauer spritzt. Allerdings natürliche Mittel oder beispielsweise Kupfer (gegen Mehltau). Diese gelten als nicht schädlich für Mensch und Umwelt.

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