Heizsysteme im Vergleich: Wie ökologisch und ökonomisch sind sie?

Heizsysteme im Vergleich, auch aus ökonomischer und ökologischer Sicht

Heizsysteme im Vergleich, auch aus ökonomischer und ökologischer Sicht

Die Energiekosten steigen, zumindest für Öl und Gas, der Heizkessel ist in die Jahre gekommen und ruft nach Austausch, es geht um die Wahl der passenden Heizung im Neubau, mancher denkt auch an das Klima. Heizsysteme im Vergleich, aus ökonomischer wie ökologischer Sicht.

15 Prozent des deutschen CO₂-Ausstoßes entfallen auf das Wohnen, also Heizen und Stromverbrauch. Damit werden in den eigenen vier Wänden nach dem Kraftwerks-, Industrie- und dem Verkehrssektor am meisten Klimagase ausgestoßen.

Zwei Drittel der im Haushalt verbrauchten Energie gehen für das Heizen und die Warmwasserbereitung drauf. Mehr als dieser Durchschnittswert, damit auch mehr Kosten und letztlich Umweltbelastung, wenn der Kessel alt ist. Nicht nur in Zeiten von Klimaschutzbemühungen, kann es hier sinnvoll sein, über eine Erneuerung der Heizung nachzudenken. Auch wer neu baut, wägt die möglichen Heizsysteme miteinander ab. Die Wahl des jeweiligen Heizsystems ist natürlich auch eine Kostenfrage. Wann sich der Austausch lohnt und die verschiedenen Systeme im Vergleich.

Wann lohnt es sich, den Heizungskessel zu erneuern?

Viele Öl- und Gaskessel müssten in Deutschland längst ausgetauscht werden. Denn, so eine alte Faustregel, ab 15 Jahren gilt ein Kessel als veraltet. Dann ist ein Umstieg ratsam. Laut dem Statistikportal statista sind 43,6 Prozent der Ölheizungen zwischen 1991 und 1997 installiert, somit mehr als 20 Jahre alt. Bei Gas sind es sogar 46,2 Prozent. 19 Prozent der Kessel und 10 Prozent der Gasheizgeräte sind sogar noch älter.

Diese Zahlen werden von einer Meldung des Bundesverbands der Deutschen Heizindustrie, kurz BDH, unterstrichen. So heißt es in einer Meldung des Fachverbandes, dass 57 Prozent (12 Millionen Anlagen) der 21 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland seien alles andere als effizient. Lediglich 20 Prozent seien sehr effizient und binden Erneuerbare Energien ein.

  • „Der Blick auf den Bestand der deutschen Heizungsanlagen zeigt, dass die deutlichen Effizienzpotentiale der Wärmewende noch nicht ausgeschöpft sind.“, kommentiert BDH-Präsident Uwe Glock. „Die Politik muss jetzt handeln und den Wärmemarkt stärker adressieren, um die Bürgen zu mobilisieren, sich aktiv an der CO2-Minderung und dem Klimaschutz zu beteiligen“, heißt es in einer Meldung des BDH hierzu.
Heizsysteme im Vergleich und aus ökologischer wie ökonomischer Sicht.

Heizsysteme im Vergleich und aus ökologischer wie ökonomischer Sicht. Foto: © Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie

Definitiv austauschen müssen viele ihre alte Öl- oder Gasheizung, wenn diese älter als 30 Jahre alt ist, sie keine damals seltene Brennwerttechnik hat, das Haus nach dem 1. Februar 2002 erworben und nicht mehr als 2 Wohnungen hat. Dies gibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, die dieses Höchstalter festlegt. Mehr oder minder wird es sich hier also um vergleichsweise neuen Erwerb einer Bestandsimmobilie handeln und um Mietshäuser.

Das Portal Effizienzhaus-Online.de weist darauf hin, dass seit 2016 jeder Heizkessel eine Effizienz von A++ – E aufweisen muss. Geschätzte 70 Prozent der heute 15 Jahre alten Kessel würden nur noch mit C, D oder E abschneiden.

  • Einsparpotenzial: Alter Öl- gegen modernen Öl-Brennwertkessel tauschen oder alte Gastherme gegen neue Brennwert-Gastherme hat ein Einsparpotenzial von 10 – 20 Prozent in Sachen Heizkosten. Wenn das alte Heizungssystem noch dazu, wie früher üblich, überdimensioniert ist, kann die Einsparung noch höher liegen.
  • Mit anderen Heizsystemen oder der Einbindung von Solarthermie beziehungsweise einer Hybridheizung (siehe weiter unten) ist noch mehr Sparpotenzial vorhanden. Auch und gerade, was den CO₂-Ausstoß angeht.

Genauso ist der Tausch bei einer Gebäudesanierung ratsam. In Baden-Württemberg ist es übrigens Pflicht, dass beim Tausch eines Heizsystems mindestens 15 Prozent aus Erneuerbaren stammen.

Im Folgenden werden die 4 gängigsten Heizsysteme betrachtet sowie die mehr als vorteilhafte Hybridheizung.

Heizöl: Alt gegen neu, Umwelt und Geldbeutel zuliebe

Heizsysteme im Vergleich Ölheizung

Einer der Hauptkritikpunkte: Der ehedem nicht als optimal angesehene fossile Brennstoff Öl wird mit großen Tankern ins Land gebracht. Foto: Pixabay.com/GTraschuetz

Etwa 5 Millionen mehr oder minder alter Öl-Heizwertkessel heizen in deutschen Haushalten ein. Laut BDH sind zusätzlich lediglich 700.000 moderne, energiesparende und umweltfreundlichere Öl-Brennwertkessel in Deutschland installiert.

In Sachen Klimabilanz ist Öl der schlechteste Energieträger und eine Ölheizung im Einfamilienhaus stößt durchschnittlich laut Polarstern 3,29 Tonnen CO₂ aus. Laut Kompensationsrechner von klimaneutral-handeln.de sind es 3,17 Kg CO₂ pro Liter Heizöl.

  • Geht man nach den Verbrauchsangaben vom Portal Energiesparen im Haushalt aus – 960 L beim KfW 70-Haus, 1.600 L bei Modellen ab 2002, 3.200 L Altkessel bis 1977 (Einfamilienhaus mit 160 m², Reihenhaus etwa 1/3 weniger) – , dann ist die Umweltbelastung von Altanlagen deutlich höher.

Tauscht man einen alten Kessel gegen moderne Brennwerttechnik aus, dann ist hier ein Energie- und Kosteneinsparpotenzial von bis 30 Prozent möglich, einhergehend mit geringerer Umweltbelastung.

Die Bilanz verbessert sich mit der Kombination von Öl mit Solarthermie oder Photovoltaik. Beide können zur Warmwasserbereitung für Trinkwasser und die Heizung eingesetzt werden. Die Kombination ergibt eine sogenannte Hybridheizung. Mehr hierzu weiter unten.

Vorteile eines Öl-Heizsystems

Bewährte Technik. Auch die Handwerkerauswahl ist vergleichsweise groß.

Kombinierbar mit Erneuerbaren, Solarthermie und Photovoltaik.

Nachteile Ölheizung

Öl ist der am wenigsten umweltfreundliche Energieträger und der Platzbedarf für Kessel und Tank vergleichsweise groß.

Der Ölpreis ist abhängig von den regulierten Fördermengen, von Spekulationen an den Börsen und Krisen im Nahen Osten.

Die CO₂-Bepreisung könnte in naher Zukunft den Preis weiter steigenlassen.

Gasheizung: Gängig und kostengünstig

Moderne Gas Brennwertechnik ist umweltfreundlicher und verbrauchsärmer als alte Gasheizungen

Moderne Gas Brennwertechnik ist umweltfreundlicher und verbrauchsärmer als alte Gasheizungen. Sie können zudem durch Solarthermie und eine Wärmepumpe ergänzt werden. Foto: © Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie

Deutschland heizt vornehmlich mit einer Gastherme. Hier gibt es die älteren Heizwertsysteme (7,1 Mio.) und die neueren Brennwert-Systeme (6,2 Mio.). Letzteres sorgen für etwa 25 Prozent weniger CO₂-Ausstoß, verglichen mit einem alten Gaskessel, der im Schnitt bei deutschen Gasheizungen laut Polarstern bei 2,59 Tonnen/Jahr liegt. Oder: Laut dem Kompensationsrechner von klimaneutral-handeln.de sind es 2 Kg CO₂ pro Kubikmeter Gas.

Gas verursacht im Durchschnitt zudem etwa 25 Prozent weniger CO₂-Emissionen, verglichen mit Öl.

Gas ist besonders beliebt in Deutschland, auch, weil ein Heizsystem lediglich zwischen 2.000 und 3.000 Euro (wandhängende Gastherme, oft für ein EFH ausreichend) beziehungsweise 3.000 – 5.000 Euro (Gasbrennwertkessel) kostet. Zusatzkosten entstehen durch Installation und möglicher Anpassung des Kamins.

Auch hier kann eine Einbindung von Solarthermie und einer Wärmepumpe laufende Kosten und die Klimabilanz optimieren.

Vorteile Heizsysteme mit Gas

Viele Hausbesitzer, die alt gegen neu austauschen setzen auf ein neues Gasbrennwertsystem. Leitungen sind installiert oder ein Gastank besteht bereits. Beim Tausch können viele Besitzer neuer Gasthermen oder Brennwertkessel die Energiekosten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Auch und gerade, weil alte Gasheizungen oftmals viel zu groß ausgelegt wurden. Die Effizienzsteigerung basiert unter anderem auch darauf, dass die Abgaswärme genutzt wird. Die Abgastemperatur liegt bei alten Systemen bei bis zu 150 Grad. Neuere Systeme reduzieren diese auf 40 Grad.

Gas ist zudem umweltfreundlicher als Öl als Energieträger und es entstehen auch hier lediglich laufende Energiekosten, verglichen mit der Vorratshaltung des Ölheizers.

Große Auswahl an Handwerksbetrieben.

Gas kann eine alte Ölheizung ersetzen und nebenbei Raum (entfernte Tanks) im Keller schaffen. Denn, gerade die wandhängenden Heizsysteme, benötigen sehr wenig Platz.

Eine Gasheizung wird praktisch klimaneutral, wenn der Betreiber auf klimaneutrales Gas setzt, das etwa aus Abfällen gewonnen wird. Die Zahl der Anbieter ist allerdings noch gering.

Nachteile: Heizen mit Gas

Es muss ein Leitungsnetz am Ort/in der Straße existieren oder Platz für einen Gastank bestehen.

Verglichen mit Systemen, die auf Erneuerbaren Energien basieren: Recht hoher CO₂-Ausstoß.

Die Gaspreise könnten in naher Zukunft durch das Klimaschutzpaket und der damit geplanten CO₂-Bepreisung etwas steigern (weniger als bei der Ölheizung, da geringerer Ausstoß).

  • Mehr Informationen zu Heizsystemen mit Gas-Brennwerttechnik beim BDH.

Wärmepumpe: Mit Luft oder Wasser und Strom heizen

Heizsysteme im Vergleich: Luft-Wärmepumpe

Heizsysteme im Vergleich: Luft-Wärmepumpe. Foto: © Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.

Im Jahre 2018 stieg die Zahl der installierten Wärmepumpen erstmals über die 1 Millionen-Marke. Damit sind etwa 5 Prozent der deutschen Wärmeerzeuger eine der drei verschiedenen Wärmepumpen-Systeme. Und die Zahl steigt beständig, seit 2017 alleine um 17 Prozent. Letztlich kein Wunder, denn das platzsparende Heizsystem kann in Neu- und auch im Altbau installiert werden.

Wärmepumpen zählen zu den alternativen Heizsystemen und sind besonders umweltfreundlich. Das Leistungsprinzip ist, einfach erklärt: Aus etwa 25 Prozent (Luft-Wärmepumpe) Antriebsenergie (in den allermeisten Fällen Strom) werden 100 Prozent Heizwärme erzeugt. Und dies mit drei verschiedenen Wärme-Pumpensystemen.

Luft-Wasser-Wärmepumpen

Luft-Wasser-Wärmepumpen, auch kurz Luft-Wärmepumpen sind die beliebteste und günstigste Form der Wärmepumpen und ist praktisch an jedem Haus schnell und einfach installierbar. Bei ihr wird mittels der Außenluft (es gibt auch Abluftsysteme für Niedrigenergiehäuser oder größere Gebäude wie Einkaufszentren) und Strom Wärme erzeugt. Dieses System funktioniert bis zu einer Außentemperatur von -20 Grad. Hiernach wird mit Strom, wenn möglich eine Wand- oder Fußbodenheizung beheizt. Kostenseitig liegt der Eigenheimbesitzer bei 13.000 – 24.000 Euro (plus Montage) für eine Luft-Wärmepumpe.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind indes aufwändiger zu installieren, denn sie benötigen eine Tiefenbohrung (genehmigungspflichtig) in das Grundwasser. Die Temperatur des Grundwassers bleibt im Jahresverlauf praktisch gleich und bildet so die ideale Basis für dieses Heizsystem.

Eine Bohrung kann bei manchen Untergründen nicht durchgeführt werden. Kosten: 8.000 – 16.000 Euro für Wasser-Wärmepumpe, Plus Bohrungskosten in etwa gleicher Höhe.

Erdwärmepumpe

Eine Erdwärmepumpe, auch Wasser-Sole-Pumpe genannt, ist meist die teuerste Ausführung in Sachen Wärmepumpen. Der höhere Preis liegt an den Kosten für die Tiefenbohrung (hierbei wird Sole in Kunststoffrohren in die Tiefe zum Wärmetausch gespült), die das System benötigt, Denn: Hier wird Wärme aus dem gleichwarmen, tiefen Erdreich erzeugt. Auch hier gibt es ein Genehmigungsverfahren. Kosten: 10.000 – 15.000 Euro, zuzüglich etwa 10.000 Euro für die Bohrung. Wahlweise kann eine Erdwärmepumpe auch mit Erdkollektoren oder Grabenkollektoren betrieben werden. Kosten etwa gleich zur Tiefenbohrung.

Erdwärme- und Sole-Wärmepumpe benötigen weniger Strom bei größerer Heizeffizienz.

Vorteile einer Wärmepumpe

Mit im Schnitt 1 kWh werden 3 – 4 kWh Heizenergie erzeugt, je nach Stromerzeugung (Öko-Strom), kann der Hausbesitzer CO₂-neutral heizen.

Deutlich geringer als bei Öl- und Gasheizungen ist der CO₂ in jedem Fall und da es keinen Verbrennungsvorgang gibt, gibt es auch keine Energieverluste. Apropos Brennvorgang: Bei allen anderen gängigen Heizungssystemen ist ein Kamin nötig, der unter Umständen instandgehalten werden muss, beziehungsweise eine Modernisierung fordert.

Der Platzbedarf ist auch nicht zu verachten. Nimmt man den gängigen Ölkessel, dann ist alleine für den Brennstoff, also das Öl, doch einiges an Platz nötig. Auch die Bevorratung mit den entsprechenden Kosten, mit denen man in Vorleistung geht und die derzeit wieder Tendenz nach oben haben, entfallen mit einer Wärmepumpe.

Jedes Haus hat für den Betrieb einer Wärmepumpe einen Stromanschluss. Im Gegensatz zu Gasheizungen leitungstechnisch ein Vorteil. Liegt keine Gasleitung im Ort/der Straße, muss unter Umständen ein wiederum platz- und kostenintensiver Tank installiert werden.

Wärmepumpen können praktisch in jedem Haus Öl- und Gasheizungen ersetzen, sind daher auch altbaugeeignet.

Schliesslich ist man mit einer Wärmepumpe unabhängig von Importen von fossilen Brennstoffen. Die einzige Kostensteigerung im Betrieb besteht in einer Strompreiserhöhung.

  • Der Bundesverband der Wärmepumpen gibt an, dass alle in Deutschland installierten Wärmepumpen fast 12 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Abhängig ist dies allerdings von der Stromwahl. Wir eine Wärmepumpe etwa mit reinem Kohlestrom betrieben, dann würden (im Kraftwerk) knapp 2 to CO₂ produziert. Bei reinem Ökostrom wäre der Ausstoß rein rechnerisch null. Im Vergleich: Durchschnittliche Ölheizungen alt und neu im Schnitt) liegen bei etwa 3,29 to CO₂. Bei alten Kesseln kann das deutlich mehr sein.

Nachteile der Wärmepumpe

Ein Nachteil dieses Heizsystems ist der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis.

Auch ist es ratsam, oft auch Bedingung für effizientes Heizen, ein Niedertemperaturheiznetz, sprich, eine Wand- oder Bodenheizung einzubauen. Zudem ist eine Wärmedämmung ratsam.

  • Mehr Informationen zu diesem Heizsystem beim Bundesverband Wärmepumpe.

Pelletheizung: CO₂-neutral mit Abfall heizen

Heizsysteme im Vergleich: Pelletheizung oder Pelletkessel heizt CO2-neutral und ist sparsam im Betrieb

Heizsysteme im Vergleich: Pelletheizung oder Pelletkessel heizt CO2-neutral und ist sparsam im Betrieb. Foto: © Deutsches Pelletinstitut

Eine Pelletheizung ist eine Holzheizung, die mit Abfall heizt, denn: In Deutschland sind laut Deutschem Pelletinstitut aus Nebenprodukten der deutschen Holzindustrie gefertigt, sprich: Sägespäne, die vorher keine Verwendung fanden. Und das Potenzial der Herstellung von Pellets sei noch längst nicht ausgeschöpft. Vielleicht kein Wunder, denn in der holzverarbeitenden Industrie bleiben 12 Prozent Sägespäne nach der Verarbeitung eines Nadelholzbaum übrig. 26 Prozent sind übrigens Hackschnitzel, die viele Hobbygärtner als Mulchmaterial nutzen oder die wenigen Besitzer einer Hackschnitzelheizung, ein umweltfreundlicher Exot unter den Holzheizungen.

In den 2018 883.000 in Deutschland installierten Pelletheizungen verbrennen Pellets CO₂-neutral, da sie nur so viel Kohlendioxid freisetzen, wie der Baum einst aus der Luft gebunden hat. Inklusive Produktion, die bei der Mehrzahl der rund 50 Pelletproduzenten in Deutschland in unmittelbarer Nachbarschaft geschieht.

Bei dem Thema Holzheizung wird immer auch das Stichwort Feinstaubemission genannt. Doch Pelletheizungen unterliegen nach einer Gesetzesnovelle (1. BImSchV, 2. Stufe), gültig ab 2015, hohen Begrenzungen, was die Emissionen angeht und die vom Schornsteinfeger streng überwacht werden (mit Messungen).

Im Komfort unterscheiden sich Pelletheizungen nicht von Gas- oder Ölheizungen, denn die Brennstoffförderung geschieht über Förderschnecken oder Saugsysteme automatisch. Einfachere (und damit kostengünstigere) Modelle funktionieren auch über Nachfüllung per Hand.

Für eine Pelletheizung – Beispiel 15 kW-Anlage für ein Einfamilienhaus – können Sie mit Kosten von um die 10.000 – 12.000 Euro rechnen, zuzüglich Montagekosten, mögliche Errichtung eines Pelletlagers oder Pufferspeichers.

Vorteile einer Pelletheizung

Laut Umweltbundesamt lassen sich beim Umstieg von einer alten Ölheizung auf einen modernen Pelletkessel 96,2 Prozent der CO₂-Emissionen einsparen.

Pellets verbrennen CO₂-neutral. Strenge Emissionsvorgaben für Feinstäube werden von den führenden Herstellern unterboten. Selbst wenn man den Ausstoß als nicht neutral betrachten würde: Pelletkessel stoßen bei der Verbrennung im Schnitt 40 g CO₂/kWh aus. Im Vergleich: Ölkessel (neu) 300 g, Gas (neu) 240 g. Gefällte Bäume werden in der deutschen Forstwirtschaft durch neue ersetzt. Der Kreislauf der CO₂-Bindung beginnt von vorne.

Pellets sind ein heimisches Produkt, noch dazu aus Abfall. Die Vielzahl der Hersteller in Deutschland sorgt für eine gesunde Konkurrenz, die sich in vergleichsweise stabilen Brennstoffpreisen äußern.

Vergleichsweise günstige Brennstoffpreise aus besagten Gründen (Wettbewerb und Regionalität), die im Idealfall bei der Hälfte, verglichen mit Öl, liegen.

Altbaugeeignet und umweltfreundlicher Öl-/Gasersatz.

Nachteile einer Pelletsheizung

Im Vergleich zur Gas- oder Wärmepumpenheizung vergleichsweise großer Platzbedarf durch ein Pelletlager (Extra-Raum oder Silo in großem Heizungsraum).

Lagerkapazität so hoch wie bei Öltanks.

Entleerung des Aschekastens/des Brennraums, wenn es keinen separaten Aschekasten (Mehrpreis) gibt: alle paar Monate. Arbeitsaufwand: 10 Minuten bei abgeschaltetem Kessel.

Hybridheizung: Der Fast-Alles-Könner spart Geld

Mit Solarthermie machen Sie Ihre Heizung, ob neu oder alt, zu einer sogenannten Hybridheizung (geht auch mit Wärmepumpe). Die weitverbreitete Mär, dass man dann im Sommer die Heizung auslassen kann, die Anlage im Winter dann nicht unterstützt wird, stimmt aber nicht.

Solaranlagenbesitzer wissen: Auch an einem strahlend-sonnigen Wintertag, selbst, wenn etwas Bewölkung am Himmel ist, kann die Solarenergie ausreichen, Heizungs- und Warmwasser vollständig zu erwärmen. Zumindest unterstützend zu arbeiten. Diese Tendenz nimmt im Frühjahr zu. Dagegen kann es aber auch mal sein, dass an ein paar trübend Tagen hintereinander im Sommer der Gas-, Öl- oder Pelletkessel mehr oder minder kurz zur Unterstützung anspringen muss.

  • Tipp: Solarthermie lohnt sich nicht nur bei maximaler Südausrichtung. Auch wenn die Anlagen nicht optimal zur Sonne ausgerichtet sind, leisten sie dennoch jede Menge.

In Kombination mit einem der genannten Heizungssysteme können etwa 25 – 30 Prozent der Heizkosten eingespart werden. Im Neubau mit entsprechend niedrigem Energiebedarf, sogar bis zu 50 Prozent.

Solarthermie-Kosten für ein Einfamilienhaus: Laut Solaranlagen-Portal https://www.solaranlagen-portal.de/thermische-solaranlage/solarkollektor-preis.html ca. 5.000 Euro für eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung, inklusive Einbau. Etwa 10.000 Euro fallen an, wenn die Solarthermie-Anlage heizungsunterstützend arbeitet. Beide Systeme inklusive Solarspeicher von z. B. 750 L. Aber: Dafür winken Fördergelder und zinsgünstige Kredite!

Wie sinnvoll und effektiv etwa die Kombination von Gas und Solarthermie ist, dass erklärt das Video des Heizungsverbandes. Hier wurde schnell und einfach ein alter Ölkessel gegen eine moderne Gas-Brennwertheizung in Kombination mit Solarthermie und einem Pufferspeicher (wichtig!) in einem Altbau umgesetzt.

Werden Wärmepumpen zusätzlich mit Photovoltaik und idealerweise einem Stromspeicher kombiniert, geht der Besitzer in Richtung Unabhängigkeit, was Heizen und Warmwasser angeht.

Neues Heizsystem – Förderungen und günstige Kredite winken

Förderung von Öl- und Gasheizungen

Der Austausch einer alten Anlage durch einen neuen Öl- und Gasbrennwert-Kessel wird von der KfW ein zinsgünstiger Kredit im Rahmen des Förderprogramms 152 „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ gewährt. Zudem gibt es einen Zuschuss von 7,5 Prozent (max. 3.750 €/Wohneinheit). Wer das neue Heizungssystem aus eigener Tasche zahlt, der erhält im Programm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ 10 Prozent Zuschuss. Eine ausgetauschte und optimal eingestellte Gasheizung erhält bei Teilnahme am KfW-Programm „Anreizprogramm Energieeffizienz“ sogar 15 Prozent Zuschuss für neue Heizsysteme.

Förderung von Wärmepumpen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAfA, fördert den Einbau einer Wärmepumpe mit einem Zuschuss. Für eine Luftwärmepumpe gibt es aktuell 40 Euro je Kilowattstunde Nennwärmeleistung, mindestens pauschal 1.300 Euro. Grundwasser- und Erdwärmepumpen werden mit 100 Euro je kWh Nennwärmeleistung, mindestens mit 4.000 Euro bezuschusst. Bei gleichzeitiger Erdsondenbohrung bei Erdwärmepumpen erhöht sich der Zuschuss um 500 Euro. Und kommt ein Pufferspeicher hinzu – gilt auch für andere Systeme –, dann wird dieser zusätzlich mit 500 Euro gefördert. Auch die Kombination mit Solar auf dem Dach wird bezuschusst.

Achtung: Anträge müssen vom zuständigen Handwerker ausgefüllt werden (gilt für alle Förderanträge!). Für den Antrag muss man sich vor dem Heizungseinbau online registrieren. Dann gibt es eine Registrierungsnummer mit der man nach Abschluss der Arbeiten und mit detaillierter Rechnung die Förderung (innerhalt von spätestens 6 Monaten nach Einbau) beantragen kann. Mehr Informationen gibt es bei der BAfA.

Förderung einer Pelletheizung

Pelletheizungen sind im Vergleich die teuersten, die BAfA gibt für sie aber auch die höchsten Fördergelder. Für Pelletkessel gibt es mindestens 3.000 Euro pauschal oder 80 Euro je Kilowatt installierter Nennleistung. Bei zusätzlicher Integration eines Pufferspeichers winken 3.500 Euro Zuschuss durch die BAfA. Bei besonders innovativen Lösungen mit Brennwerttechnik und Partikelabscheider sind in Bestandsgebäuden noch mehr Förderungen möglich (bis 5.250 €).

Generell sind Pufferspeicher ebenfalls förderfähig.

Diese Fördersummen gibt es pauschal auch für Hackschnitzelheizungen oder Kombikessel (Hackschnitzel und Scheitholz).

Förderung von Solarthermie

Laut Bundesverband Solarwirtschaft sind derzeit 2,4 Millionen Solarthermie-Anlagen auf deutschen Dächern. Laut BDH gab es 2017 lediglich einen Zuwachs von 78.000.

Laut Bundesverband Solarwirtschaft sind derzeit 2,4 Millionen Solarthermie-Anlagen auf deutschen Dächern. Laut BDH gab es 2017 lediglich einen Zuwachs von 78.000. Vertanes Potenzial, auch für den eigenen Gelbeutel? Hier übrigens: Eine ansprechende Integration der Solarthermie in die Fassade. Solar: Foto: © BSW-Solar/Wagner & Co.

Wird eine neue Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung installiert, fördert diese die BAfA mit mindestens 2.000 Euro. In der Regel gibt es bis zu 3.600 € laut BDH.

500 Euro gibt es immerhin noch an Fördergeldern, wenn nur die Warmwasserbereitung unterstützt wird. Aber Achtung: Förderung erst ab 7 m².

Informationen zu den Fördermaßnahmen der KfW für Heizsysteme und andere Maßnahmen im Neu- und Altbau finden Sie hier.

Tipp: Unabhängig beraten lassen in Sachen Heizsysteme

Der Handwerker um die Ecke ist nicht immer wirklich ein guter Berater, da er oftmals herstellerabhängig agiert. Vorab ist es bei Erneuerung, Neuanschaffung oder Wechsel der Heizsysteme ratsam, sich unabhängigen Rat einzuholen. Etwa von einem örtlichen Energieberater.

Auch sollte man sich immer mehrere Angebote für Heizsysteme einholen und vergleichen.

Bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale erhalten Sie ein breites Beratungsangebot in Sachen Heizsysteme, oftmals sogar kostenlos (dank der Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie). Die Verbraucherzentrale berät über die Hotline 0800 – 809 802 400 kostenlos. Man kann den Fachleuten schreiben und auf der Internetseite Berater vor Ort finden. Mehr Informationen auf der Internetseite Verbraucherzentrale-Energieberatung.de.

 

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