Öfter ignorieren: Smartphone & Autofahren sorgt für viele Unfälle

Das Handy oder Smartphone im Auto - bei der Fahrt - zu nutzen ist heute nicht unüblich. Leider kann das erhebliche Folgen haben und erhöht drastisch das Unfallrisiko. Studie belegt: Ist wie betrunken Auto fahren.

Das Handy oder Smartphone im Auto – bei der Fahrt – zu nutzen ist heute nicht unüblich. Leider kann das erhebliche Folgen haben und erhöht drastisch das Unfallrisiko. Studie belegt: Ist wie betrunken Auto fahren. Foto: © Andrey Popov – Fotolia.com

Handy oder Smartphone beim Autofahren nutzen birgt Gefahren. Mehr und mehr Unfälle geschehen durch die Nutzung des Smartphones oder Handy während der Autofahrt. Insbesondere das Lesen von SMS-, Whats-App- oder Facebook-Nachrichten gilt als häufige Unfallursache. Aber auch das Telefonieren mit dem Mobiltelefon in der Hand.

Jeder zweite Autofahrer benutzt laut Deutschen Verkehrsgerichtstag 2015 mehr oder weniger häufig sein Handy oder Smartphone im Auto. Obwohl es hierfür einen Punkt in Flensburg und eine Strafe von 60 Euro gibt, wird man von der Polizei beim Hantieren mit dem Handy oder dem Smartphone erwischt. Und dies scheint auch gerechtfertigt anhand der Tatsache, dass jeder 10. Unfall aufgrund von Ablenkung passiert, häufig wohl durch Handy und Smartphone, wie NRW-Innenminister Jäger im WDR bei der Präsentation der letztjährigen Unfallstatistik vermutete.

Smartphone reduziert erheblich die Aufmerksamkeit, erhöht das Unfallrisiko

Vor allem das Lesen und Schreiben von Textnachrichten erhöht das Unfallrisiko erheblich das bis zu 23-fache, so der Deutsche Verkehrssicherheitsrat DVR. Kein Wunder, legt man bei Landstraßentempo, also 100 Km/h, doch bereits bei einem kurzen Blick aufs Display 56 Meter im Blindflug zurück, im Stadtverkehr noch immerhin die Hälfte, wie der DVR errechnet. Laut Automobilclub ACE ist man im Schnitt 25 Sekunden vom Straßenverkehr beim Schreiben einer Textnachricht abgelenkt, beim Lesen im Schnitt 5 Sekunden. Selbst das Telefonieren bedeutet noch einen erheblichen Ablenkungsfaktor und das Reaktionsvermögen ist hierdurch deutlich reduziert, vor allem wenn man das Handy oder Smartphone in der Hand hält. Minister Jäger vergleicht die Handynutzung mit einer Alkoholfahrt: Wer beim Autofahren eine SMS liest oder schreibt, ist so aufmerksam wie ein alkoholisierter Autofahrer mit 1,1 Promille. Wer telefoniert verhält sich hinter dem Steuer wie mit 0,8 Promille Alkohol im Blut.

Alles Umstände, die beispielsweise heute schon die Kölner Polizei nach schweren Unfällen veranlasst, Mobiltelefone zu beschlagnahmen und zu schauen wie die Aktivitäten vor dem Unfall darauf aussahen. Kein Wunder, gilt das Handy oder Smartphone als eine der größten Ablenkungen im Auto.

2013 wurden im Kraftfahrtbundesamt in Flensburg 384.000 Verstöße in Sachen Mobiltelefon im Auto registriert. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag geht von einer deutlich höheren Zahl der jährlichen Verstöße aus und rechnet mit weit mehr als einer Milliarde. Die Handynutzung im Auto wird mit einer steigenden Zahl von Schwerverletzten im Straßenverkehr in Verbindung gebracht. Diese stieg um 11 Prozent auf über 13.000 Menschen im Jahr 2014.

Tipp: Eine Freisprecheinrichtung kostet ab 20 Euro, ein Drittel des Strafzettels. Und Textnachrichten können vielleicht mal bis zum Ende der Fahrt warten. Es wird schon nichts Lebenswichtiges sein – könnte man dann eh nicht sofort ändern –, aber das Handy oder Smartphone zu ignorieren während der Autofahrt, das kann unter Umständen Leben retten.

Quellen: DVR.de, VGT.de, WDR

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