Ölziehen: gut für Zähne und Gesundheit

Ölziehen mit Sesamöl: Anleitung und warum gut für Zähne und Gesundheit

Ölziehen entstammt der sanften ayurvedischen Medizin. Laut dieser soll es besonders gut für die Zähne sein. Generell aber auch positiv für die Gesundheit. Erklärung und Anleitung. Foto: © tashka2000 – Fotolia.com

Ölziehen, das heißt Speiseöl in den Mund nehmen, morgens damit den Mundraum kräftig durchspülen und dadurch für eine gute Mundhygiene und allgemeines Wohlbefinden sorgen. Das verspricht die alte ayurvedische Tradition des Ölziehens. Was hinter dieser ungewöhnlichen Reinigungsmethode steckt und was sie bewirkt.

Das Ölziehen, das auch Ölkur oder Ölkauen genannt wird, hat Jahrhunderte Tradition in der sanften, ayurvedischen Medizin. Die Idee beruht darauf, dass man täglich einen Teelöffel bis Esslöffel hochwertiges Öl für durch den gesamten Mundbereich zieht. Dieses Ölziehen soll bewirken, dass Viren, Bakterien oder andere schädliche Substanzen aus dem Mund entfernt werden. So wird vor allem der Mundraum prima gereinigt, mit dem Nebeneffekt, dass das Zahnfleisch gut genährt und geschützt ist.

Täglich durchgeführt, werden die Zähne vor Karies geschützt, Plaque entfernt und Zahnfleischentzündungen vermieden. Sogar etwas aufhellen soll es unser Beißwerkzeug und Mundgeruch wird auch noch weggezaubert, sofern er orale Ursachen hat.

So funktioniert das Ölziehen

Das Material für das Ölkauen sollte hochwertig sein und auf jeden Fall kaltgepresst. Traditionell nutzen Inder gutes Sesamöl, aber auch Kokos- oder Olivenöl sind für das Ölziehen geeignet. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Ölmischungen, die für das Ölziehen gemixt werden und im Handel erhältlich sind.

Und so funktioniert das Ölziehen: Man nimmt sich am Morgen nach dem Aufstehen einen Teelöffel des Öls in den Mund und kaut dieses durch, zieht es durch Zahnzwischenräume und spült damit den Mundraum kräftig durch. Das reinigt bis in die letzten Mundwinkel, schädliche Substanzen werden so ausgeschwemmt und vom Öl gebunden.

5 Minuten Ölziehen sind hierbei das Minimum, je näher man an die 20 Minuten kommt, desto besser. Tipp: Lieber etwas weniger am Anfang nehmen, denn mit der Zeit wird das Öl immer mehr im Mund. Der Grund hierfür ist ein angeregter Speichelfluss. Am Ende des Ölziehens einfach den Mundinhalt ausspucken und kräftig mit warmem Wasser nachspülen. Hiernach die Zähne wie gewohnt putzen.

Wer akute Zahnfleischprobleme hat oder beispielsweise schmerzhafte Aphten kann morgens und abends Ölziehen. So lange, bis sich die Beschwerden verbessern.

Ölkauen: Weit mehr als Mundhygiene?

Ölkauen, so die ayurvedische Heilslehre, kann aber noch weitaus mehr, als für eine gute Mundhygiene zu sorgen. So soll die tägliche Prozedur sogar gut für das Herz sein, bei Bronchitis oder Asthma helfen, das Immunsystem stärken, Gelenk- und Rückenschmerzen beseitigen, Magen-Darmbeschwerden und Wechseljahresbeschwerden mildern, Allergien und regelmäßige Kopfschmerzen vertreiben und den Körper insgesamt entgiften.

Ölziehen soll sogar von den sogenannten Schlacken befreien, also jene Stoffe, die der Körper über Darm, Leber und Niere nicht verarbeiten oder ausscheiden kann. Der Begriff der Schlacken ist allerdings umstritten, damit auch die Wirkweise darauf durch das Ölziehen.

Gesundheitsschädlich ist das Ölziehen jedenfalls nicht und der Mundhygiene hilft es definitiv.

Übrigens: Es gibt nicht sonderlich viele Zahnärzte, die das Ziehen von Öl empfehlen. Dr. Eva Meierhöfer aus Bayern ist eine von diesen. Der Grund ihrer Meinung nach, dass nur wenige Zahnärzte diese Form der Mundhygiene empfehlen läge in der Tatsache, dass sich mit dieser Maßnahme kein Geld verdienen liesse.

 

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