Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht: 2, die man haben sollte

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind zwei äußerst wichtige Dokumente, die noch viel zu wenig Menschen besitzen. Warum sie so wichtig sind… Foto: © Ralf Kalyttka – Fotolia.com

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, zwei wichtige Themen, die viele Menschen nicht gerne angehen. Dabei sind diese Dokumente  im Fall eines schwerwiegenden Unfalls, bei plötzlicher Krankheit oder im Alter unheimlich wichtig. Denn diese sichern die eigenen Rechte. Was die zwei Formulare genau bedeuten und warum sie mal richtig wichtig sein können.

Herzinfarkt, Schlaganfall, plötzlicher, schwerer Unfall oder schleichende Demenz, gut wer da dann eine Patientenverfügung besitzt, am besten auch noch eine Vorsorgevollmacht. In einer Patientenverfügung, manchmal auch Patientenvollmacht genannt, legt man schriftlich fest, was für medizinische Maßnahmen an einem vorgenommen werden dürfen, wenn man hierüber selbst nicht mehr entscheiden kann.

Will ich künstlich beatmet, künstlich ernährt oder per Infusion mit Flüssigkeit versorgt werden und was ist bei Schmerzen, wenn man beispielsweise eine todbringende Krankheit hat? Die Patientenverfügung verleiht hier dem eigenen Willen Ausdruck und fixiert diesen schriftlich. Hiermit kann man ganz deutlich festlegen, was Ärzte dürfen und was nicht, ein Umstand, der letztlich auch Angehörige entlastet.

Patientenverfügung: So funktioniert es

Eine Patientenverfügung kann man ganz leicht selbst aufsetzen. Sie muss Name und Adresse enthalten, den Betreff „Patientenverfügung“ und ganz konkret, dass man beispielsweise im Sterbeprozess keine lebensverlängerten Maßnahmen wünscht. Diese Maßnahmen sollten konkret genannt sein, wie die Caritas empfiehlt. Formulierungen sollten laut dem Verband eindeutig sein und die Umstände sollten eindeutig formuliert sein, unter denen man keine lebensverlängernden Maßnahmen wünscht. Die Caritas nennt folgende Beispiele: „Wenn ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinde“, oder „Wenn ich mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit befinde, dann möchte ich keine lebensverlängernden Maßnahmen, wie künstliche Beatmung und Ernährung,…“. Lediglich umgangssprachlich zu schreiben „will nicht an Schläuchen hängen“ reiche dem Verband nach nicht aus. Je konkreter eine solche Patientenverfügung formuliert ist, desto bindender ist sie für behandelnde Ärzte.

Eine Patientenverfügung sollte jeder Volljährige besitzen, denn sie legt ganz klar fest, was etwa ein Mediziner darf und was nicht. Sie muss nicht zwingend regelmäßig erneuert werden, was aber mit fortgeschrittenem Alter oder bei einer geänderten Lebenseinstellung durchaus mal ratsam ist.

Eine ausführliche Broschüre mit vorformulierten Sätzen für eine rechtssichere Patientenverfügung gibt es beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unter diesem Link.

Patientenverfügung registrieren lassen

Tipp: im Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer unter gleichnamiger Internetadresse – oder auf dem Postweg – kann man die Patientenverfügung sicher und immer abrufbar, registrieren lassen. Mehr Infos und Registrierung unter: www.vorsorgeregister.de. Eine weitere Möglichkeit: Je eine Kopie der Patientenvollmacht einer Vertrauensperson und dem Hausarzt zu übergeben.

Sinnvoll, in Verbindung mit einer Patientenverfügung: Eine Vorsorgevollmacht ausfüllen. Was diese konkret bedeutet und bewirkt, dazu mehr im Folgenden.

Vorsorgevollmacht: Vertrauenssache, aber so wichtig

Vorsorgevollmacht wird eine schriftliche Absicherung mit Anweisungen genannt, die es einer  Vertrauensperson ermöglicht, in seinem Namen wichtige Dinge oder auch nur ganz Alltägliches zu regeln. Und zwar dann, wenn man aus körperlichen, geistigen oder seelischen Gründen hierzu nicht mehr in der Lage ist. Das kann im Alter, etwa bei Demenz oder Alzheimer, der Fall sein, aber auch in jüngeren Jahren nach plötzlichen Unfällen oder unerwarteten Erkrankungen.

Bei der Vorsorgevollmacht kann man einer Person seines Vertrauens für diesen Fall mehr oder weniger viele Rechte zusprechen, um persönliche Angelegenheiten dann zu regeln, wenn man hierzu temporär beschränkt oder auf Dauer nicht in der Lage ist. Das Ganze wird schriftlich in Formularform fixiert und von der oder den  Vertrauensperson unterzeichnet. Letztlich wird so das Recht auf Selbstbestimmung gestärkt, denn: Hat man so eine Vorsorgevollmacht nicht, dann kann per richterlichem Entscheid ein öffentlicher Betreuer bestimmt werden, der dann die eigenen Angelegenheiten regelt. Mit einer Vorsorgevollmacht kann man dies sicher und eindeutig verhindern.

Einer der wenigen Anbieter, der eine kostenlose Vorlage zum Ausfüllen am PC sowohl für eine Patientenverfügung als auch die Vorsorgevollmacht anbietet, ist die DEVK-Versicherung. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Anwaltshotline kann man hier rechtssichere Texte im Onlineformular ausfüllen.

Tipp: Eine Vorsorgevollmacht wird in den allermeisten Fällen von einer Bank nicht anerkannt. Bei dieser sollte man daher rechtzeitig eine Vertrauensperson mit Vollmachten für das eigene Konto versehen. Dies kann man in seiner Bankfiliale schnell und unkompliziert erledigen.

Wird übrigens eine Pflegestufe beantragt, dann ist es nicht unüblich, dass im dem Antrag auch gleich eine Vorsorgevollmacht beiliegt.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.