Rundum Pflege zuhause mit ausländischer Pflegekraft

Pflege zuhause mit polnischer Pflegekraft für rund um die Uhr Betreuung

Mehr und mehr meist ältere Menschen benötigen eine Hilfe im Alltag. „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ ist hier der Wunschtraum Vieler. Alles Wissenswerte, unterschiedliche Möglichkeiten und Kosten für die meist ausländische Pflegekraft. Foto: © Andrey Popov – Fotolia.com

Für die Pflege zuhause interessieren sich viele Angehörige. Mehr und mehr Menschen setzen hierbei auf eine Pflegekraft aus dem Ausland, die den geliebten Angehörigen rund um die Uhr betreut. Was hierbei wichtig zu wissen und beachten ist, Kosten und mehr.

Fast 3 Millionen ältere Menschen sind pflegebedürftig und die Zahlen steigen kontinuierlich. Heute wird noch weit mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen in den eigenen 4 Wänden gepflegt. Selten sind hierzu medizionische Fachkenntnisse nötig. So wird in vielen Fällen lediglich eine helfende Hand beim Aufstehen, Unterstützung im Bad, für den Weg in den Supermarkt oder für den Großputz in der Wohnung benötigt, ist eine Begleitung beim Spaziergang oder schlichtweg die Gesellschaft eines lieben Menschen vonnöten, der einfach anwesend ist und im Fall der Fälle Hilfe rufen könnte.

Diese Bereitschaft der Angehörigen zur Pflege zuhause kollidiert aber vermehrt mit Berufstätigkeit oder scheitert daran, dass man nicht mehr in unmittelbarer Nähe wohnt, da einem Job und Familie in eine andere Stadt führte. Doch ins Alterseim? Das muss nicht sein.

Die Lösung: Eine Betreuungsperson, die meist aus dem osteuropäischen Ausland stammt. Betreuung in häuslicher Gemeinschaft lautet hierfür der Fachbegriff und gerne wird von „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ gesprochen.

Heute sind laut Verband für häusliche Pflege und Betreuung in etwa 300.000 Haushalten solch oft sehr wichtigen Hilfskräfte tätig. Mit steigender Lebenserwartung wird sich diese Zahl in Zukunft kontinuierlich erhöhen.

Für dieses Betreuungsmodell durch ausländische, meist weibliche Hilfskräfte, gibt es zwei vornehmliche Varianten: Buchung über eine Vermittlungsagentur oder direkte Anstellung im eigenen Haushalt. Allerdings eines sollte man wissen: Der Kranken- oder Pflegeksse kommen für diese Kosten nicht auf. Allenfalls eine zusätzliche Versicherung von ein paar wenigen Versicherern übernimmt die Kosten unter bestimmten Umständen. Vorheriger Versicherungsbeginn ist selbstredend Voraussetzung. So bietet beispielsweise die Royal Versicherung die Kosten für eine Rundum-Pflege, wenn diese eine Folge eines Unfalls übernimmt.

Behandlungspflege (Erklärung im nächsten Kapitel) durch einen Pflegedienst und bei anerkanntem Pflegegrad wird von der Kasse zu den üblichen Sätzen bezahlt.

Pflege zuhause von ausländischer Pflegekraft: Meist nicht medizinisch

Es soll jemand im Haus sein, einkaufen, kochen, bei der Körperpflege helfen und einfach Gesellschaft leisten. Und nachts ist auch noch jemand im Haus, denn: Sicher ist ja sicher. Für diese Betreuung engagieren mehr und mehr Menschen für ihre nicht mehr so fitten, immer weniger mobilen Angehörige im fortgeschrittenen Alter gerne eine Pflegekraft. Diese kommt meist aus osteuropäischen Ländern.

Zu beachten ist bei diesen ausländischen Pflegekräften, dass sie zwar hilfreich, zuvorkommend und durchaus auch fleißig sind, jedoch handelt es sich selten um ausgebildetes Pflegepersonal. Der Fachmann spricht dann von Grundpflege, die die Personen als Betreuer durchführen, etwa oben genannte Punkte. Behandlungspflege bieten sie in den allermeisten Fällen aber nicht. Sprich, sie geben keine Spritzen, messen nicht den Blutdruck oder führen andere, medizinisch notwendige Maßnahmen durch. Das sollte man wissen, will man eine ausländische Pflegekraft für zuhause engagieren.

Ist ein Pflegegrad allerdings bereits genehmigt, dann kann die Behandlungspflege zusätzlich durch einen ambulanten Pflegedienst durchgeführt werden. Die anfallenden Kosten hierfür werden – im Gegensatz zur rundum betreuenden, ausländischen Hilfe – von den Krankenkassen im Rahmen des bewilligten Pflegegrad bezahlt.

Ausländische Pflegekraft: Einfach über Vermittlungsagenturen

„Polnische“ Pflegekraft ist ein Synonym für eine Person aus dem Ausland, die für die Rund-um-Betreuung eines Angehörigen mittlerweile sich eingebürgert hat. Tatsächlich waren es anfänglich vor allem polnische Frauen, die oft über Vermittlungsagenturen an Betreuungssuchende für die Pflege in den eigenen 4 Wänden vermittelt wurden. Heute stammen die Pflegekräfte auch aus anderen osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Tschechien, Rumänien oder aus den baltischen Staaten.

Etabliert am Markt, sind es meist polnische Vermittlungsagenturen, die zu monatlichen Pauschalpreisen solche Hilfen für die 24-Stunden-Betreuung vermitteln. Diese Preise können sich erheblich unterscheiden. Manche Vermittlungsangebote beginnen bei um die 2.000 €, es können aber auch schnell die doppelten Kosten anfallen. Meist nicht dabei sind da eine Vermittlungsgebühr und An- und Abreisekosten. Bei Angeboten unter 2.000 € ist Vorsicht geboten, denn dann werden selten die Mindestlöhne bezahlt (siehe weiter unten).

Der Vorteil, eine Pflegekraft für zuhause über einen Vermittler zu engagieren: Die Kostenstruktur ist übersichtlich und die Angehörigen oder der zu betreuende selbst muss sich um nichts Weiteres kümmern.

Pflege zuhause: Angestellte Pflegerin

Mehr und mehr Pflegekräfte, mit unterschiedlichen Sprach- und Ausbildungskenntnissen und vornehmlich aus genannten osteuropäischen Ländern, bieten beispielsweise in Zeitungsannoncen ihre Dienste für die Pflege zuhause an. So eine Pflegekraft direkt als Haushaltshilfe anzustellen, das kann sich unter Umständen rechnen. Denn die Pflegerinnen können durchaus günstiger sein, als die von Vermittlungsagenturen angestellten Personen. Gerade wenn nur ein geringer Pflegegrad für den Angehörigen genehmigt wurde oder man einfach ein Rund-um-Betreuung der zu pflegenden Person möchte.

Aber: Es gilt zu beachten, dass so auch zum Arbeitgeber wird. Mit allen Rechten und Pflichten. Eine Pflicht ist es, einen Mindestlohn von derzeit 8,75 € (westliche Bundesländer) bzw. 7,75 € (neue Bundesländer) zu zahlen.  Zudem gibt die Bundesagentur für Arbeit für die als Haushaltshilfen geltenden Personen einen Mindest-Bruttolohn erhalten müssen. Dieser differiert von Bundesland zu Bundesland und wird regelmäßig neu verhandelt.

Demnach haben diese pflegenden Haushaltshilfen beispielsweise in Bremen einen Anspruch auf mindestens 1.550 Euro brutto im Monat, in Hamburg dagegen auf 1.750 € (Stand: Letzte Zahlen, Juli 2016). Schnell ist hier ein Auftraggeber für eine Pflegekraft zur Rund-um-Betreuung bei monatlichen Kosten von 2.500 €, denn Lohnsteuer wie Sozialversicherungsbeiträge sind abzuführen. Eine Unfallversicherung ist anzuraten.

Hinzu kommt für die Pflege zuhause dann noch eventuelles Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Beteiligung an den Reisekosten – optional, aber nicht unüblich – oder mögliche Unterbringung, sofern im Haushalt des zu Betreuenden nicht möglich. Mehr zur Entgelttabelle für Haushaltshilfen für Pflegebedürftige gibt es bei der BfA.

Tipp: Durch die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit kann jede Arbeitskraft aus dem europäischen Ausland (Mitgliedsstaaten der EU) direkt angestellt werden. Lediglich für Kroatien gilt diese Freizügigkeit nicht.

Über die Jobbörse der Arbeitsagentur können Suchende kostenlos eine Anzeige für eine pflegende Haushaltshilfe aus dem Ausland aufgeben. Bei der Steuer können haushaltsnahe Dienstleistungen – bei selbst angestellten Hilfen – wie diese bis zu 20.000 € im Jahr geltend gemacht werden. Hier ist ein Steuervorteil von bis zu 4.000 € drin.

Richtigen Vermittler finden für Pflege zuhause & Alternative Hausnotruf

Erstmalig auf der Suche? Da wird es schwierig einzuschätzen, ob ein Vermittler für die häusliche Pflegekraft auch seriös arbeitet. Eine gute Anlaufstelle sind die Mitglieder im Verband für häusliche Pflege und Betreuung. Diese sind geprüft und müssen Mindeststandards erfüllen. Die Übersicht über die teilweise deutschlandweit vermittelnden Anbieter gibt es hier. http://www.vhbp.de/mitglieder

Der Angehörige ist eigentlich noch ganz fit, nur alleine soll er nicht mehr sein, da ja mal doch was sein könnte? Zwar alles andere als beliebt unter Senioren, aber sehr hilfreich und, laut einer Untersuchung sehr schnell dennoch akzeptiert, ist das Modell des Hausnotrufes. Mehr zum Thema Hausnotruf im Beitrag Hausnotruf: Auf Nummer sicher gehen für den Fall der Fälle.

 

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