Wäsche waschen: Blitzblank und Umwelt geschont

Wäsche waschen ist jetzt nicht sonderlich schwer - oder doch? Es gibt so einige typische Fehler. Sie zu vermeiden schönt die Wäsche, die Umwelt und den Geldbeutel.

Wäsche waschen ist jetzt nicht sonderlich schwer – oder doch? Es gibt so einige typische Fehler. Sie zu vermeiden schönt die Wäsche, die Umwelt und den Geldbeutel. Foto CCO/Pixabay.com/wilhei

Alles in die Maschine stopfen, Flüssigwaschmittel oder Pulver und Weichspüler rein, anschalten und fertig. Wäsche waschen ist doch einfach und im Zweifelsfall steht ja auf dem Etikett der Textilien, was zu machen ist. Das geht aber viel besser. Zu Temperaturen, Waschmittel, Mikroplastik und warum weniger mehr ist. Auch für den Geldbeutel.

Etwa 630.000 Tonnen Waschmittel und 220.000 Tonnen Weichspüler werden jedes Jahr in Deutschland verkauft. Bei durchschnittlich 140 Waschgängen (im 2-Personen-Haushalt im Jahr) verbrauchen wir zudem über 200 kWh Strom (Waschmaschine A+) und zwischen 9.000 und 11.000 Litern an Wasser (Zahlen Öko Institut). Da ist es doch gut zu wissen, wie richtig gewaschen wird und wo man gegebenenfalls etwas einsparen kann. Das schont die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.

Wäsche waschen: Die schlauen Basics

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6, 7, gar 8 Kilo Wäsche auf einmal waschen, das ermöglichen moderne Waschmaschinen. Diese Füllmenge sollte man alleine wegen dem Wasser- und Energieverbrauch auch möglichst nutzen.  Als Faustregel gilt, dass man problemlos eine Hand über die Wäsche schieben kann, dann ist die Maschine richtig befüllt. Richtig vollstopfen sollte man sie indes nicht. Heutige Maschinen sind da zwar nicht mehr so empfindlich, was den Antrieb angeht, doch spätestens das Waschergebnis ist nicht mehr optimal.

Lieber weniger als zu viel waschen

Einmal getragen und dann ab auf den Wäscheberg? Bekleidung, die nicht riecht oder schmutzig ist, sollte ruhig auch mal einfach nur ausgelüftet werden. Auch das spart Waschgänge, mehr noch, es schont die Textilien und lässt sie länger neuwertig aussehen.

Vorwäsche: Kann, muss aber nicht immer

Normal verschmutzte Wäsche benötigt nicht unbedingt eine Vorwäsche. Auch das spart Energie und Wasser. Dagegen hilft es, besonders verschmutzte Wäsche zunächst mittels Vorwäsche zu reinigen. Unempfindliche Textilien werden hier am besten mit einem Vollwaschmittel gewaschen, da diese bereits im Vorwaschgang die beste Reinigungsfunktion haben. Für den Hauptwaschgang dann das entsprechende Waschmittel wie beispielsweise Colorwaschmittel verwenden.

Die Temperatur

Auf den Etiketten der Textilien sind ja die Waschtemperaturen angegeben. Diese gelten eher als Maximal-, denn Solltemperatur. So müssen Handtücher, Bettwäsche oder Unterwäsche nicht bei 90 Grad gewaschen werden. 60 oder sogar 40 Grad reichen bereits aus. Auch, weil moderne Waschmittel bereits bei 40 Grad porentief reinwaschen. Das reduziert den Stromverbrauch um mehr als 50 Prozent. Die Wäsche bei 30 Grad benötigt sogar nur ein Fünftel der Energiemenge der 60 Gradwäsche, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Leidet jemand im Haushalt indes an einer Virusinfektion oder ist die Wäsche stärker verschmutzt, dann sind mindestens 60 Grad für den Waschgang empfohlen. Die Wäsche sollte dann mit einem Vollwaschmittel, am besten einem Pulver, gewaschen werden. Die heutigen Waschpulver sind derart optimiert, dass sie bei 40 beziehungsweise 60 Grad eine ausreichende Waschleistung aufweisen.

Gleiches gilt für die 40-Gradwäsche. Auch hier genügen 30 Grad bei etwa gleicher Energieersparnis. Auch hier macht stark verschmutze Wäsche die Ausnahme. Wäsche die tatsächlich nur aufgefrischt werden muss, kann in modernen Waschmaschinen durchaus auch bei 20 Grad gewaschen werden. Ein geeignetes Waschmittel für diesen Bereich vorausgesetzt. Die Tauglichkeit für diese Kaltwäsche ist auf der Waschmittelpackung vermerkt.

  • Tipps: 1 x im Monat sollte man mindestens eine Maschinenladung bei 60 Grad Wäsche waschen. Das desinfiziert die Waschmaschine. Dann kann man auf Waschmaschinen-Hygienereiniger wirklich verzichten. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt. Mief hat dann praktisch keine Chance.
  • Weitere Pflegetipps für die Waschmaschine weiter unten.

Empfindliche Wäsche waschen

Wäsche waschen ist jetzt nicht sonderlich schwer - oder doch? Es gibt so einige typische Fehler. Sie zu vermeiden schönt die Wäsche, die Umwelt und den Geldbeutel.

Tipps und Tricks zum Waschen empfindlicher Textilien wie Dessous, Strickwaren oder Seide. Foto CCO/Pixabay.com/webandi

Letztlich sind alle Kleidungsstücke mehr oder weniger empfindlich und die Zahl der Waschgänge bestimmt ihre Farbigkeit oder die Qualität des Stoffes.

Dass besonders feine Stoffe nicht zu sehr leiden und länger wie neu aussehen, lohnt sich die Anschaffung eines Wäschesacks. Schicke Unterwäsche, die edle Bluse, feine Strickwaren (sofern ausdrücklich waschbar) und andere empfindliche Textilien leiden darin längst nicht so, wenn sie mit anderen Sachen gewaschen werden. Alternativ kann ein Kopfkissenbezug den gleichen Job übernehmen.

Zudem sollten feine Stoffe nicht bei der höchsten Schleuderzahl gewaschen werden.

Sportbekleidung waschen

Auch für Sportbekleidung gilt: Lieber bei geringeren Umdrehungen waschen, denn laut „Forum Waschen“ behalten dann die Funktionstextilien ihre Eigenschaften am längsten.

Werden die Sportklamotten nicht gleich nach dem Training gewaschen, dann sollten sie zunächst zum Lüften und Trocknen aufgehängt werden. Das vermindert die Bakterienbildung und verhindert, dass die Wäsche besonders stark mieft. Dass sie dagegen bis zur nächsten Trainingseinheit in der Sporttasche verbleibt ist gar keine so gute Idee. Im feuchten Zustand kann sich ein unangenehmer Geruch so richtig entfalten. Dieser geht dann manchmal nicht einmal mit dem Waschen weg.

Und bitte nicht mit Weichspüler waschen. Das geht auf Kosten der Atmungsaktivität und der Funktion, Feuchtigkeit vom Körper fernzuhalten. 40 Grad und ein einfaches Colorwaschmittel sind optimal.

  • Tipp: Wer bei 40 Grad partout den Mief nicht aus dem Kleidungsstück bekommt, der kann die Funktionskleidung vor dem Wäsche waschen in kaltem Wasser mit einem ordentlichen Schuss weißen Essig einweichen (Verhältnis 5:1).

So wird Wäsche strahlend sauber

Diese Waschmittel reichen für ein perfektes Waschergebnis

Es scheint für jede Wasch- und Lebenslage heute ein ganz spezielles Waschmittel zu geben. Schwarz-, Desinfektions-, andere Spezialwaschmittel und Fleckenentferner für jede mögliche Art von Fleck füllen so neben den üblichen Wäschereinigern die Regale. Üblich sind Vollwaschmittel (auch Universalwaschmittel), Color- oder Buntwaschmittel und Feinwaschmittel. Und diese drei sind völlig ausreichend.

Ein Desinfektions-Waschmittel ist dagegen ebenso unnötig – bei Vollwaschmittel übernimmt dies der Anteil an Bleiche und damit die Desinfektion –, wie etwa ein Sportbekleidungs- oder Schwarzwaschmittel. Letzteres wurde mit Fein- und Buntwaschmitteln von der Stiftung Warentest verglichen. Die Waschmittel für Schwarzes hatten keine bessere oder schonendere Waschleistung.

Wäsche waschen Tipps und Tricks für mehr Erfolg und Umweltfreundlichkeit

Foto CCO/Pixabay.com/JamesDeMers

Vollwaschmittel wäscht Helles strahlendrein

Weiße und helle Wäsche wird mit Vollwaschmittel strahlend und hygienisch rein und eventueller Grauschleier auf weißen und pastellfarbigen Textilien wird vermieden. Sie waschen im Bereich von 20 bis 95 Grad Celsius alles rein.

Auch wenn  manche Colorwaschmittel von sich behaupten, für helle und farbige Wäsche gleichzeitig geeignet zu sein, sollte man die gemeinsame Wäsche möglichst vermeiden, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Die enthaltenen Bleichmittel würden der Farbwäsche einfach zu schnell verblassen lassen. Zudem setzt sich die gelöste Farbe in helleren Textilien ab. Mit der Folge, dass sie irgendwann dauerhaft verfärbt sind.

Sogenannte Stellmittel und Rieselsalze halten einerseits die Pulverwaschmittel streufähig, dienen andererseits den Herstellern zum Strecken der meist pulverförmigen Vollwaschmittel. Die Höhe der Beimengung bestimmt die Zahl der Waschgänge pro Packung beziehungsweise die empfohlene Pulvermenge pro Waschgang.

Es gibt auch diverse Vollwaschmittel-Konzentrate. Auch bei ihnen kann die Menge der möglichen Waschmaschinenfüllungen beim gleichen Packungsinhalt differieren. Diese Tatsache hängt dann wieder von der Menge der Streckmittel ab.

Laut Verbraucherzentrale sind übrigens in den verlockenden Jumbopackungen mit bis zu 30 Prozent des Inhalts die meisten Streckmittel enthalten. Dagegen empfehlen die Verbraucherschützer ausdrücklich Baukasten-Waschmittel. Hier wird der Wäsche nur zugegeben, was auch wirklich nötig ist.

Vielseitiges Colorwaschmittel

Im Gegensatz zu Vollwaschmittel, enthält Colorwaschmittel mildere. Auch sie enthalten Bleichmittel – um etwa Flecken zu lösen –, jedoch in deutlich geringerer Konzentration, wodurch sie farbige Textilien schonen. Sie sind heute die Favoriten unter den Waschmitteln, auch vielleicht weil es sie mit so tollen Düften gibt. Wäsche soll sich trotz einer kunterbunten Mischung in der Trommel mit Colorwaschmittel beim Waschgang nicht verfärben. Sind die Textilien gut durchgefärbt, dann ist das in der Regel auch der Fall.

Als Hilfsmittel wird Buntwaschmitteln – wie auch dem Weichspüler – allerdings Mikroplastik zugefügt, das für die zähflüssige Konsistenz sorgt. Tipp: Produkte mit dem Blauen Engel oder dem EU-Ecolabel sollen kein Mikroplastik enthalten.

Colorwaschmittel eignen sich heute für Temperaturbereiche von 20 – 60 Grad.

Feinwaschmittel für empfindliche Stoffe

Feinwaschmittel haben eine gute, aber schonende Waschwirkung. Hier verzichten die Hersteller auf aggressive Bleichmittel oder optische Aufheller sowie auf Enzyme, die Feines angreifen könnten. Daher ist es ratsam damit Wäsche zu waschen, die eher empfindlich ist, wie maschinengeeignete Wolle, Seide oder Dessous.

Tipps rund ums Waschmittel

Die Stiftung Warentest hat die angesagten Waschmittelkissen, auch Liquits oder Liquittabs genannt, getestet. Die angesagten Gelkissen, die mit Flüssigwaschmittel gefüllt sind und direkt in die Wäschetrommel kommen, erhielten in einem Test (abrufbar gegen Gebühr) im Oktober 2018 lediglich ein „ausreichend“ oder gar „mangelhaft“. Die Waschwirkung war deutlich schlechter, verglichen mit anderen Waschmitteln.

Gleich, ob Color- oder Vollwaschmittel – es wird viel zu oft überdosiert. Und das ist überhaupt nicht nötig, auch wenn mancher denken mag „viel hilft viel“ oder „wird schon passen“.

Sowohl Voll- als auch Colorwaschmittel enthalten Wasserenthärter.  Werden die Wäschereiniger entsprechend der Empfehlung auf der Packung dosiert, muss praktisch niemand mehr Wasserenthärter verwenden.

Gängige Voll- und Flüssigwaschmittel und Weichspüler enthalten praktisch immer Mikroplastik. Diese winzig kleinen Plastikfasern werden zugegeben, um die dickflüssige Konsistenz zu erzeugen. Da die Plastikteilchen so klein sind, werden sie in Kläranlagen nicht herausgefiltert und landen in der Umwelt, unter Umständen auch im Nahrungskreislauf.

Voll- und Flüssigwaschmittel mit dem EU-Ecolabel, dem Symbol des Blauen Engels sollen kein Mikroplastik enthalten.

Mit Weichspüler Wäsche waschen: Nicht unbedingt

Auch wenn man die herrlich duftende Wäsche mag, die dank dem Weichspüler-Finish besonders gut riecht, nötig und ratsam ist er nicht.

Gerade wenn man mit müffelnden Textilien trotz frischer Wäsche Probleme hat, kann dies an dem Weichspüler liegen. Riecht die Wäsche bereits vor dem Tragen, ein paar Tage nach der Reinigung oder bereits beim Bügeln komisch? Dann liegt es vielleicht am Weichspüler. Sie enthält Fette, meist tierischer Natur, die sich für das weiche Gefühl um die Fasern schmiegen. Diese Fettschicht kann Bakterien an der Faser fixieren, die dann den unangenehmen Geruch gar vor oder nach kurzem Tragen auslösen. Dieser Fettfilm ist dann auch noch wasserabweisend, was die Waschwirkung verschlechtert.

Zudem ist Weichspüler durch die enthaltene hohe Konzentration an Duftstoffen allergieauslösend und bringt nochmals zusätzlich Mikroplastik in das Abwasser.

Der Mief kann aber genauso von der Waschmaschine selbst ausgelöst werden. Tipps hierzu weiter unten.

Das braucht es weniger

Früher noch üblich, kann man bei einer Wäsche mit Vollwaschmittel auf einen Wasserenthärter heute verzichten. Auch die Schmutz- oder Farbfangtücher können Sie getrost im Supermarkt liegenlassen.

Wollwaschmittel ist auch nicht nötig, wenn das Feinwaschmittel ausdrücklich auch für Wolle geeignet ist.

Und spezielle Fleckenlöser für Blut-, Gras-, Rost- sonstige Flecken sind ebenso wenig nötig. Diesen Job übernimmt die gute alte Gallseife aus Omas Zeiten. Hierzu die Seife befeuchten, Fleck einreiben etwas einwirken lassen und wie üblich waschen. So verschwinden die allermeisten Flecken aus der Kleidung beim Wäschewaschen.

Waschmaschine pflegen beugt Mief vor

Wäsche waschen Tipps und Tricks für mehr Erfolg und Umweltfreundlichkeit

Wäsche frisch gewaschen und sie riecht schnell muffig? Das kann am Weichspüler oder dem richtigen Umgang mit der Waschmaschine liegen. Foto CCO/Pixabay.com/creativegen

Nach dem Wäschewaschen Tür auf, Wäsche versorgen, Tür wieder zu. Keine gute Idee, denn mit der Zeit bildet sich aus Stofffasern, Waschmittelresten und Feuchtigkeit ein unangenehmer Biofilm. Weniger hygienisch und unter Umständen der Grund für unangenehm riechende Wäsche.

Gleiches gilt mit der Waschmittelschublade. Ist sie permanent geschlossen, dann bildet sich hier gerne auch mal Schimmel, auf jeden Fall ein Belag, der für unangenehme Gerüche verantwortlich sein kann.

Bei beidem Abhilfe zu schaffen ist ganz einfach. So sollte die Tür nach dem Wäsche waschen offenbleiben, um das Innere austrocknen zu lassen. Die Gummidichtung in der sich meist Fussel oder  Haare zusammen mit Waschmittelresten ablagern, gilt es ab und an auszuwischen. Und die Waschmittelschublade sollten Sie gleich nach der Wäsche einfach wieder öffnen und gelegentlich mit einem feuchten Tuch gut auswischen.

Selbst wenn die Waschmaschine ein Selbstreinigungsprogramm hat, kann man es sich mit diesen Tipps getrost sparen. Den Maschinenreiniger erst Recht.

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