Zero Waste: Mit 6 einfachen Tipps jede Menge Abfall vermeiden

Zero Waste: Tipps und Tricks, um Abfall zu vermeiden

Zero Waste ist der neue, bewusste Trend, Abfall zu vermeiden. Wo man am meisten Müll einsparen kann, das verraten diese Tipps. Foto: © Rainer Fuhrmann – Fotolia.com

Die EU will mit einer Verordnung die Reduzierung des Plastikmülls in den Meeren erreichen. Die 10 am meisten in den Meeren zu findenen Plastikprodukte wie Strohhalme und Plastikgeschirr stehen hier auf der Streichliste. Ein guter Ansatz. Doch nicht alleine Strohhalme und Co. werden letztlich zu Müll. Auch viele andere Dinge des Alltags nutzen wir in rauen Mengen und werden viel zu häufig weggeworfen. 6 Tipps, um im Alltag beim Zero Waste-Trend ganz einfach mitzumachen.

Frisch gekocht ist Trumpf

Pizzakartons und in jeder Menge Plastik verpackte Fertiggerichte, Deutschland ist nicht mehr bekannt dafür, dass regelmäßig überall frisch gekocht wird. Laut Statista kochen lediglich 35 Millionen Einwohner Deutschlands noch regelmäßig, etwa genauso viele kochen allenfalls gelegentlich oder gar nicht mehr.

„To Go“ oder Fast Food-Gerichte, schnell aufgewärmte Fertigmahlzeiten in Unmengen von Verpackungen oder etwas vom Lieferservice ist da im Trend. Leider verursachen all diese Mahlzeiten jede Menge an Müll. Dagegen: Wer frisch kocht und Lebensmittel möglichst mit wenig Umverpackung – etwa Fleisch von der Frischetheke oder vom Metzger, Obst und Gemüse möglichst mit wenig Umverpackung aus der Gemüsetheke, vom Markt oder dem Hofladen – spart auf Dauer jede Menge Müll ein. Nebenbei schmecken solche Lebensmittel und daraus gekochte Mahlzeiten auch noch besser.

Es darf auch mal „krumm“ sein

Und wieder im Supermarkt, am Marktstand oder im Gemüseladen um die Ecke: Wer ehrlich ist, sucht doch immer das optisch Ansprechendste in der Auslage aus. Dabei schmeckt die krumme Gurke, die nicht so große und schön geformte Kartoffel im kleinen Sack oder die sich leicht bräunende Banane genauso gut. Lässt jeder nicht ganz so wohlgeformtes Obst und Gemüse liegen, dann wird es am Ende des Tages auch entsorgt. Der Müllberg an Lebensmitteln wird dadurch größer und größer.

Von MHD, Resteverwertung & Zero Waste

Lebensmittel und Zero Waste, die Dritte. Die Augen waren beim Einkauf oder Kochen mal wieder zu groß und es wurde zu viel gekocht oder im Kühlschrank stehen einige verpackte Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum, das MHD, überschritten haben.

Aus Resten kann man mit etwas Kreativität schnell eine neue Mahlzeit zaubern oder man friert sich diese einfach ein. Wer gezielt etwas mehr kocht und dieses Essen in die Truhe packt, hat, wenn es mal schnell gehen muss, gleich eine fertige Mahlzeit parat.

Und dann das mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum, die viele verpackte Frischeprodukte zieren und selbst auf Gewürzen, Nudel-, Reis- oder Müslipackungen aufgedruckt sind. Eigentlich ist ein alter Hut, dass das MHD nur ein Richtwert ist. Dieses ermöglicht es dem Hersteller zu garantieren, dass ein Lebensmittel bis zu diesem Datum noch völlig in Ordnung ist.

Frischeprodukte wie der eingeschweisste Käse oder Joghurt können aber noch einige Zeit länger gut sein. Schauen, riechen und schmecken helfen hier, um die Genießbarkeit zu überprüfen. Zudem können genannte Trockenprodukte praktisch nicht schlecht werden.

Zero Waste in Sachen Lebensmittel ist unheimlich wichtig, da ein Drittel bis zur Hälfte der produzierten Lebensmittel – vom Erzeuger über den handel bis zum Endverbraucher – insgesamt im Müll landen.

Im Bad: Weniger ist mehr für Zero Waste

52 Millionen Tonnen Müll produzieren die deutschen Haushalte Jahr für Jahr. Einen großen Anteil daran haben unzählige Umverpackungen, die zwar meist sauber getrennt und recycelt werden, aber auch in der Müllverbrennung landen können.

NICHT NUR IN Sahcen Lebensmittel, sondern auch im Bad kann jede Menge Müll eingespart werden. Es müssen vielleicht nicht X-Shampoo- oder Duschgelflaschen sein, man und frau können auch auf sehr hochwertig-effektive Haarwaschseifen am Stück setzen oder Cremes aller Art gibt es auch im schicken Gläschen, statt in der Tube.

Und zum Putzen tut es garantiert ein Allzweckreiniger, statt ein halbes Duzend Mittelchen mit oftmals ätzend-ungesunden Ausdünstungen und Inhalten. Auch umweltfreundliche Putzmittel und einfache Hausmittel verringern die Müllberge und putzen oftmals viel besser oder entfernen wunderbar hartnäckige Flecken und Verkrustungen. Zero Waste ganz nebenbei.

Mehrweg statt Einweg

Deutschland war mal weltmeisterlich in Sachen Mehrwegflaschen. So wurden Getränke aller Art noch in den 1990er Jahren zu 90 Prozent in bis zu 60 x wiederverwendbaren Flaschen verkauft. Heute ist es fast umgekehrt. Gerade bei Wasser sind es heute 70 %, die in Einweg daherkommen oder 81 Milliarden Flaschen jedes Jahr. Statt der ressourcenschonenden und energiearmen Aufbereitung der Flaschen fallen Unmengen an Einwegflaschen in Form von Müll an. Die stets aufs Neue gefertigt werden müssen. Meist aus neuen Rohstoffen.

In Sachen Rohstoffe und Energie sind für deren Produktion 665.000 Tonnen Rohöl oder 500.000 Tonnen Plastik nötig – später Müll – und unvorstellbare 11 Milliarden Kilowattstunden (kWh) an Energie. Würde man die ganzen Einweg-Flaschen aneinanderreihen, dann könnte man damit 150 Mal die Erde umkreisen. Nebenbei würden ohne die ein Mal benutzten Flaschen über eine Million Tonnen CO2 eingespart (Zahlen DUH.de). Bei aktuell 800 Millionen Tonnen, die in Deutschland jährlich in die Luft geblasen werden, 170 Millionen Tonnen durch den Verkehr, eine nicht zu verachtende Größenordnung.

Überhaupt wurde früher nicht so viel Wasser aus dem Supermarkt getragen. Waren es in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts noch 30 Liter pro Person, so sind es heute im Schnitt 150. Und das, obwohl sich durch die Bank weg die Wasserqualität in unseren Leitungen eher verbessert, denn verschlechtert hat und man letztlich auch nur Leitungswasser in Flaschen kauft.

In Mehrweg würde der Müllberg jedenfalls kleiner und, frisch aus der Leitung, würde man pro Liter lediglich 2, denn durchschnittlich 13 Cent beim Discounter – deutlich mehr beim Markenwasser –, zahlen. Leitungswasser ist übrigens das am besten überwachte Lebensmittel.

Mehrweg statt Einweg – das bezieht sich nicht nur auf Getränkeflaschen. Denn auch der Coffee-to-Go, den es heute an jeder Straßenecke gibt, sorgt nicht unerheblich für jede Menge Abfall. Alleine die Kette Starbucks gibt weltweit 2,8 Milliarden Einwegbecher über die Kaffeetheke. Becher, die durch ihren Mix aus Pappe und Plastik nicht recycelt werden können. Zero Waste, als Abfall vermeiden, das geht hier wunderbar mit mitgebrachten Mehrwegbechern.

Länger nutzen, weniger kaufen, weitergeben & recyceln

Die 30. Jeans gerade gekauft, während der Kleiderschrank aus allen Fugen platzt, der kleinere Flat Screen muss dem neuen, größeren Modell weichen, alle zwei Jahre das neue Smartphone. Die Liste an Konsumgütern die wir kaufen, ließe sich fast unendlich erweitern.

Ist Manches wirklich nötig? Das sollte man sich manchmal wirklich überlegen. Und wenn es schon Neuanschaffungen sind, dann doch bitte mehr oder minder alte Produkte nicht einfach in die Tonne werfen. Bekleidung kann in den Second-Hand-Laden oder gespendet werden und gerade Elektrogeräte sollten unbedingt dem Recycling zugeführt werden. Auch und gerade weil sie wertvolle Stoffe enthalten. Auch wenn letzteres bekannt ist, so landen dennoch Millionen von Tonnen an Elektrogeräten einfach im Restmüll und damit auf Deponien. Zero Waste und bewusster Umgang mit Rohstoffen sieht leider anders aus.

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