Zusatzstoffe in Lebensmitteln: Vielseitiges Phosphat

Phosphat Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Der Döner soll verboten werden. Warum? Weil er oft Phosphat enthält. Phosphat ist ein in der Industrie beliebte Hilfsmittel. Warum aber nicht über ein Verbot von Coke, Wurst, Joghurt, Babybrei und all die anderen Lebensmittel mit diesem gerne eingesetzten Hilfsstoff gesprochen wird oder über Phosphat selbst, ist ein Mysterium. Foto: © karepa – fotolia.com

Die Industrie hat jede Menge Zusatzstoffe für unsere Lebensmittel parat. Diese machen es bereits dem Bauern bei der Arbeit leicht, vereinfacht die Lebensmittelproduktion, macht Essbares länger haltbar, ersetzt Echtes. Eine der krankmachenden Geschmacklosigkeiten: Phosphat.

Von des Bauern Stolz zum Industrieprodukt

Rückblick: Viele kennen das noch, hinter Omas Häuschen war ein kleiner Garten, in dem die erfahrene Hobbygärtnerin allerlei frisches Obst und Gemüse erntete. Sie kochte herrlich Herzhaftes daraus, weckte ein und hatte immer etwas im Keller oder der Speisekammer, um leckere Speisen daraus zu zaubern. Zudem wurden vergleichsweise wenig Lebensmittel gekauft, wenn, dann waren es meist frische Zutaten vom kleinen Laden um die Ecke oder an einem Herbstwochenende ging es raus zum Bauern vor die Stadt, wo beispielsweise die Einlagerungskartoffeln herkamen.

Und heute? Heute rauschen wir mit dem Auto schnell in den Supermarkt und kaufen vielfach das ein, was uns die Werbung als mega-gut präsentiert und so lecker „wie beim Italiener“ oder „wie hausgemacht“ schmeckt, „aus der Heimat“, „von glücklichen Kühen“ oder „glücklichen Hühnern“ ist, natürlich völlig gesund.

Dahinter steckt aber so manche Geschmacklosigkeit. Nehmen wir beispielsweise mal das Thema Phosphat.

Nicht nur der Döner macht „schöner“ dank Phosphat

Der Döner wird vielleicht verboten tönt es aus den Medien. Warum? Weil die industriell produzierten, mit unzähligen Fleischlagen bestückten Spieße für eine bessere Haltbarkeit und „Performance“ oftmals mit Phosphat behandelt sind.

Phosphat ist in vielen Lebensmitteln ganz natürlich enthalten und von Milchprodukten bis hin zu Fisch, Fleisch, Kakao, Hefe, Hülsenfrüchten oder Nüssen enthalten. Dabei ist natürliches Phosphat wichtig, denn es ist ein Baustein unserer Knochen und Zähne. Bei einer ausgewogenen Ernährung zieht sich der Körper so viel Phosphat aus der Nahrung, wie er benötigt. Den Rest scheidet er aus.

Leider ist es genauso in meist verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. So säuert oder konserviert zugegebenes Phosphat Fleisch und Wurstwaren, aber es lässt auch die Cola lange ihre dunkle Farbe erhalten, macht Joghurt und Co. als Emulgator ebenso cremig wie den Babybrei oder das Puddingpulver klumpenfrei und konserviert ultrahocherhitzte Milch oder Hartkäse.

Unser Körper kommt im gesunden Zustand mit den natürlichen Phosphatgehalten wunderbar klar. Bei zugesetztem Phosphat ist das nicht nur bei Nierenkranken bereits Problem. Das zugesetzte Mineral wird nämlich komplett vom Körper aufgenommen. Nierenkranken ist das zu viel.

Eine dauerhaft hohe Phosphataufnahme ist mitverantwortlich für Osteoporose, da es den Kalzium-Phosphor-Haushalt im Körper immens stört. Wir bauen zu viel des Minerals ab, Knochenschwund kann da die Folge sein. Zudem schädigt übermässiger Phosphatkonsum unsere Blutgefäße, was im schlimmsten Fall Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle auslösen kann. Last but not least, wird eine hohe Phosphataufnahme mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Verdacht „krebserregend“… wie so Vieles, was die Industrie in Nahrungsmittel, für deren Herstellung – Stichwort Glyphosat – oder Kosmetik kippen darf. DIe Zahl der Krebstoten hat sich übrigens seit den 1970er Jahren auf annähernd eine halbe Million Menschen jährlich verdoppelt.

Phosphat erkennen und vermeiden

Phosphate müssen in verpackten Lebensmitteln zum Glück immer angegeben sein. Entweder mit „enthält Phosphat“ oder mit folgenden E-Nummern: E 338 – 341, E 450 – 452 (zur Konservierung und als Antioxidantien) und E 1410 – 1414 sowie E 1442 (Verdicken, Stabilisator). Wird ein phosphathaltiger Zusatzstoff beim Metzger verwendet, dann muss auch er darauf verweisen.

Es hilft nichts, wer Phosphat minimieren will, der muss industriell produzierte Lebensmittel vom Einkaufzettel (weitestgehend) streichen, vornehmlich frisch kochen und viel Obst und Gemüse zu sich nehmen.

Unter den Lebensmitteln ist der braune Softdrink übrigens besonders stark mit angereichert, ebenso Hart- und Schnittkäse, Wurstwaren, Fleisch, Fertiggerichte oder haltbargemachte Milch.

Wie der Mensch, so die Vierbeiner

Bei Hunden und Katzen ist es übrigens genauso. Leiden sie im fortgeschrittenen Alter an Niereninsuffizienz, dann schadet ihnen das natürlich im Futter vorkommende, meist eher zugesetzte Phosphat erheblich. Eine phosphatfreie oder zumindest –arme Diät ist dann, ebenso wie beim Menschen, vonnöten.

Nicht viel besser ist es übrigens mit anderen Zusatzstoffen in Lebensmitteln. Beispielsweise Nanotechnologie. Und das Ackergift Glyphosat ist auch so eine Geschmacklosigkeit, die man sogar in unserem Urin oder etwa der Muttermilch nachweisen kann.

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