Leben & Essen mit bedenklichen Zusatzstoffen: Nanotechnologie

Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Alltagsprodukten wie Nanotechnologie

Salz, Mehl, Salatdressings, Ketchup oder Tütensuppe, Kaugummis und andere Lebensmittel sind mit Nanopartikel versetzt. Aber auch andere Alltagsprodukte enthalten Nanopartikel, die die Eigenschaft oder Funktion eines Produktes verbessern sollen. Leider kann Nanotechnologie noch viel mehr, wie offensichtlich Krankheiten verschlimmern oder auslösen. Und das bereits beim ungeborenen Leben. Foto: © Sea Wave – Fotolia.com

Glyphosat auf dem Acker und in den Lebensmitteln, Aluminium von der Fertigmahlzeit bis zum Grillgut und jede Menge weitere Zusatzstoffe und Allergene im Essen und unzähligen Alltagsprodukten. Doch, zum Glück, alles noch innerhalb der Grenzwerte, wie Fachleute immer beteuern. Wie sich das alles auf die Gesundheit auswirkt? Forscher warnen vor erheblichen Risiken… Wie etwa bei Nanotechnologie.

Zusatzstoffe bereichern unser Leben. Oder auch nicht. In Zeiten, in denen regelmäßig vor einer ungesunden Ernährung gewarnt wird, nicht nur wir Deutschen zu fettig, zu süß und zu salzig essen und damit  alle möglichen Zivilisationskrankheiten gerechtfertigt werden, schaut keiner auf die ganzen Zusatz- und Inhaltsstoffe aus dem Chemiebaukasten. Die ganzen Mittelchen, Verstärker, Lebensmittel- und Produktverbesserer, die wir in uns reinstopfen und die in allerlei Produkten ein steter Alltagsbegleiter ist.

Alles hat seinen Grenzwert

„Ist alles noch in den Grenzwerten“ heißt es da gerne und zum Glück, so wird uns suggeriert, ist nie zu viel davon enthalten, geht es beispielsweise um das BfR, Bundesamt für Risikobewertung. Doch, wer weiß schon wie viele Zusatzstoffe, teilweise richtige Schadstoffe oder nicht wirklich erforschte Zutaten, wir uns mit jeder Mahlzeit zuführen, auf die Haut schmieren oder sonst wie in Kontakt kommen? Wer, was sie wirklich für Auswirkungen auf unseren Körper, ja, unsere Gesundheit haben? Nahezu keiner, denn die meisten Zutaten sind wenig bis gar nicht erforscht. Wenn die Wissenschaft indes doch ein paar Fakten hat, dann warnt sie vor nicht unerheblichen Risiken.

Dagegen stehen die ganzen Zivilisationskrankheiten, die doch nicht nur mit „wir werden alle älter“ oder zu viel Zucker, zu viel ungesunde Fette, zu viel Fertiggerichte und einer Prise zu viel Salz zu erklären sind.

Tatsächlich gibt es einige Inhaltsstoffe in unseren Lebensmitteln – aber nicht nur darin –, die, so sagen Forscher, vielleicht mit Darmerkrankungen, Demenz, Parkinson oder Krebs in Verbindung gebracht werden.

Im ersten Teil der Geschmacklosigkeiten: Nanopartikel.

Nanopartikel: Die kleinsten gemein(sam)en Teilchen

Selbst wer kräftiges Haar hat, Haare sind vergleichsweise dünn. Und „Nano“ ist nur ein Millionstel so groß wie ein Haar dick ist, sprich, ganz schön winzig.

Alles was kleiner als 100 Nanometer ist – für Mathefans: 1 x 10 ⁻⁷ – oder ein Zehntausendstel Millimeter, gilt als Nanopartikel. Eine coole Erfindung, zumindest für die Industrie. Denn diese kann mit den Nanoteilchen allerlei anstellen.

Beispielsweise Nano in Textilien: Die Socke müffelt nicht mehr, die Jacke ist endlich wasserdicht und schmutzabweisend, das Hemd oder die Bluse schützt vor den krebserregenden UV-Strahlen.

Oder Nano in der Kosmetik. Nanopartikel in Sonnencremes bieten da ehtwa optimalen Schutz vor UV-Strahlen oder schwärzer als Schwarz geht es bei Kajal, Lidstrich und Wimperntusche einfach nur noch mit Nano. Ja und schließlich werden noch so tiefe Falten dank Nanotechnologie zumindest wieder ein wenig glattgebügelt.

Nanotechnologie mit Funktion und auch im Essen

Auch in unserem Essen sind Nanoteilchen fast schon Alltag. Sie befinden sich in Erfrischungsgetränken, machen den Schokoladenüberzug auf dem Kuchen, dem Gebäck oder den Smarties genauso hübsch glänzend-glatt wie die Kaugummidragees. Alles was locker-flockig bleiben soll wie Mehl und Salz, Tütensuppe oder Puderzucker bekommt ebenso „Nano“. Wenn es um Konsistenz, aber auch Optik, Geschmack oder Farbe geht, der Ketchup so schön aus der Flasche fließen soll, dann ist gerne mal Nanotechnik drin.

Alleine bei Lebensmittel sind laut BUND (Stand: 2008, Tendenz steigend) 93 verschiedene Nanoprodukte – auch wenn sie manchmal durch Zufall entstehen sollen – erlaubt, um Vitamine, Mineralien oder gesunde Fette bis in den hintersten Winkel unseres Körpers zu transportieren, um nichts zu verklumpen, um es besser aussehen zu lassen und um noch besser zu schmecken. Auch wenn das, nachdem das Produkt schmecken soll, dank Nanotechnologie fast gar nicht oder überhaupt nicht enthalten ist.

An noch tolleren Zukunftsszenarien wird sogar noch geforscht. So wird auf Hochtouren an Lebensmitteln gearbeitet, die nicht mehr so ungesund sind, wie sie heute noch sind, aber dennoch so schmecken. Weniger Fett, weniger Salz – Nanopartikel sollen es in Zukunft richten.

Und wenn es zukünftig auch nur der praktische Schokoladenriegel ist, der endlich nicht mehr gleich bei Fingerkontakt schmilzt. Wie? Richtig, mittels Nanotechnologie als Zusatzstoff in den „neuen Lebensmitteln“.

Weiter geht es mit dem „Drumherum“, denn auch Verpackungen, Folien oder Kunststoffflaschen können heute bereits mit Nano beschichtet sein. Sie halten die Lebensmittel länger frisch, desinfizieren oder verhindern schlicht, dass sich auf dem eingeschweißten Hühnerbrustfilet aus dem Discounterkühlschrank beim Heimtransport kein Schwitzwasser bildet.

Wie wir Nanoteile aufnehmen, Wirkung und Gefahren

Tatsächlich sind diese Nanoteilchen so unendlich klein, dass wir sie über den Mund, die Lunge, Nasenschleimhaut und den Darm aufnehmen. Ob sie auch über die Haut oder Haarwurzeln (durch Nano in Kosmetika) aufgenommen werden können, darüber sind sich Experten noch nicht so ganz klar. Es gibt Studien hierzu, die mal „ja“ und andere wieder „nein“ sagen. In die obersten Hautschichten dringen sie – wie bei der Sonnencreme – jedenfalls ein.

Dem aber noch nicht genug, denn Nanoteilchen kommen im Körper überall rein. Sie überwinden die so genannte Blut-Hirn-Schranke, gelangen also direkt in das Hirngewebe, wie auch in jede Körperzelle. Arteriosklerose oder Herzerkrankungen sollen sie verschlimmern können. Auch Lungenerkrankungen könnten sie wohl auslösen sowie die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn.

Und selbst ungeborenes Leben ist davon, ja, was, etwa gefährdet? Keiner weiß das so richtig, doch es ist nachgewiesen, dass Nanoteile über das Blut der Mutter und via Plazenta das ungeborene Lebewesen erreichen. Es gibt eine japanische Studie, die die Hirnschädigung aufgrund von Nanoteilchen bei Föten in Betracht zieht.

Was die kleinen Teilchen noch alles anrichten können? Das weiß heute noch keiner so genau, aber Studien legen nahe, so der BUND, dass Nanopartikel nicht nur Organe schädigen können, sie stehen zudem im Verdacht, Freie Radikale im Körper entstehen lassen. Die Ausgangslage für eine Krebserkrankung.

Beim Klassiker, dem Deo mit Aluminium, ist ja bereits der Verdacht vorhanden, dass der Schweißhemmer in Nanogröße Brustkrebs auslösen soll.

Ob sie sogar genetische Veränderung beim Mensch bewirken können wie die Stiftung Warentest schreibt, das weiß auch keiner so richtig. Studien mit Tieren legen das aber ebenso nahe, wie Schäden am Nervensystem oder Unfruchtbarkeit. Aber angewendet wird die Nanotechnologie weiter und es wird fleißig für weitere Einsatzbereiche geforscht.

Nano rund um den Haushalt & unabsehbare Folgen für die Natur

Am und im Haus geht es übrigens weiter. Beton lässt sich dank Nanotechnologie besser verarbeiten, Fassadendämmungen enthalten es, Anti-Algen- und Anti-Schimmelfarben für drinnen und draußen, Fliesen, Gardinen, Reinigungsmittel oder Lederpflegesprays. Alles bleibt und wird durch Nanoteile schön sauber, lange haltbar und selbst böse Viren und Bakterien hält es fern.

Und nicht nur am Menschen, sondern auch in der Natur, warnen die Naturschützer vom BUND, können diese Zwerge mächtigen Schaden anrichten.

Nanotechnologie: Vom Bund gefördert

Von der Bundesregierung selbst gibt es übrigens einen Aktionsplan Nanotechnologie 2020. Darin wird, neben technischen Anwendungen auch der Bereich „gesunde Ernährung“ mit einbezogen. In dem Bericht heißt es:

„Im Bereich Ernährung könnten Nanomaterialien zudem zu einer optimierten Ernährung und besseren Qualität von Lebensmitteln beitragen. Durch Nano­verkapselung von Biowirkstoffen strebt man unter an­derem eine erhöhte Stabilität der Biowirkstoffe in der Lebensmittelmatrix, die Maskierung unerwünschter Aromen, zum Beispiel bei Omega-3-Fettsäuren, deren verzögerte oder kontrollierte Freisetzung und einen verbesserten Transport durch die Darmwand an. Durch Verkapselung oder Größenreduktion in den Nanobe­reich lassen sich Lebensmittel mit einem geringeren Salz-, Zucker- oder Fettgehalt herstellen, ohne dass das Geschmacksempfinden beeinträchtigt wird.“ (Seite 21, Bericht „Aktionsplan Nanotechnologie 2020“ Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, hier downloadbar als PDF)

Mahlzeit! Früher war alles besser, so abgedroschen dieser Spruch ist, so passend ist er dennoch.

Und was gibt es sonst noch so für „Leckereien“ mit bedenklicher Wirkung? Wie wäre es mit dem genannten Aluminium, das im Verdacht steht, nicht nur Brustkrebs, sondern auch Demenz und Alzheimer zu begünstigen, mit giftigen Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat mit zahlreichen Nebenwirkungen für unsere Gesundheit, das in Lebensmitteln nachweisbar ist und allerlei andere Zusatzstoffe in unserer Nahrung. Demnächst mehr…

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.